31.10.2021 09:00 |

Individuell

Letzte Ruhe im Wasser, Wald oder Edelstein

Am morgigen Feiertag erinnern sich die Salzburger an ihre geliebten Menschen, die nicht mehr unter uns weilen. Zu Allerheiligen ist für viele der traditionelle Friedhofsbesuch ein Fixpunkt im Tagesprogramm. Doch es muss nicht immer der klassische Friedhof sein – immer mehr Menschen entscheiden sich für alternative Bestattungsformen. Individualität steht dabei im Vordergrund.

„Die Bestattung ist im Wandel, man kann das individueller gestalten und ist nicht mehr so an gesellschaftliche Normen gebunden“, weiß der Pinzgauer Bestatter Horst Gschwandtner. So geht laut seiner Erfahrung der Trend klar zur Feuerbestattung – wie die Asche des Verstorbenen dann beigesetzt wird, ist individuell.

So ist die Waldbestattung eine Beisetzungsform, die immer beliebter wird. „Dabei wird die Urne direkt unter den Wurzeln eines Baumes bei unserer Naturbestattung Waldesruhe eingesetzt“, erklärt Gschwandtner. Die Angehörigen können sich den Baum aussuchen – ein Schild erinnert an den Verstorbenen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Seebestattung. Dabei wird eine Reederei organisiert und die Hinterbliebenen fahren mit dem Boot aufs Wasser, um dort die Asche zu verstreuen. Das ist jedoch nicht überall erlaubt.

Wer ein Andenken eines geliebten Menschen für immer bei sich tragen will, kann aus der Asche einen Edelstein herstellen lassen. Dazu wird nur ein keiner Teil der Asche benötigt – der Rest wird wie üblich beigesetzt.

Übertragungen von Beerdigungen sind gefragt
Eine weitere Veränderung fällt Bestatterin Elisabeth Hager-Jung auf, die die Bestattung Jung in der Stadt Salzburg gemeinsam mit ihren Schwestern Claudia und Barbara betreibt. So ist die mediale Übertragung von Beerdigungen weiterhin sehr gefragt. „Es gibt nicht nur Streams, über die die Trauerfeier übertragen wird, sondern auch Aufzeichnungen“, sagt sie.

Was aber immer wichtig ist: Seine Lieben schon zu Lebzeiten über besondere Wünsche zu informieren „Das nimmt den Angehörigen einiges ab und die Verstorbenen können selbst entscheiden“, sagt Horst Gschwandtner.

Für die Urne zuhause muss angesucht werden
Übrigens: Es ist auch möglich, die Asche eines Verstorbenen in den eigenen vier Wänden aufzubewahren. Dazu müssen die Hinterbliebenen bei der Gemeinde ansuchen. Diese prüft das Vorhaben und stellt dann den nötigen Bescheid aus.

Marie Schulz
Marie Schulz
Verena Seebacher
Verena Seebacher
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