Leiche in Mülltonne

Drama um Drogen-Tote: “Ein Unglück, keine Absicht”

Steiermark
26.03.2011 10:56
"Es war ein Unglück, keine Absicht." Das sagt ein erhebender Beamter über jene 15-Jährige, die in Groß St. Florian an einer Überdosis Drogen starb und von einem Freund in einen Papiercontainer gelegt wurde (siehe Infobox). Am Tag zuvor soll sie sich zweimal mit ihrer Mutter getroffen, mit ihr gestritten und sich dann entschuldigt haben.

Die Jugendliche wurde in Krems geboren, wuchs in Erziehungsheimen auf und wurde zuletzt von Sozialarbeiterinnen betreut. Sie brach die Schule ab und geriet immer tiefer in Suchtgiftkreise. Mit ihrer Mutter - die nun psychologisch betreut werden muss - hatte sie aber bis zum Schluss Kontakt.

Nachdem die 15-Jährige mit ihrem Freund (21) am 18. März in Graz Drogen gekauft hatte, soll sie im Bahnhofslokal von Deutschlandsberg ihre Mutter, die ihr Vorwürfe wegen ihres Lebenswandels gemacht haben soll, getroffen haben. Die Vorwürfe ließ sich die Tochter nicht gefallen, schrie ihr Gegenüber an und lief davon. Abends soll die Süchtige die Mama in ihrer Wohnung besucht und sich für ihr schlechtes Benehmen entschuldigt haben. Es war der letzte Besuch ihres Lebens.

Weststeirer erwartet Anzeige
Stunden danach dröhnte sie sich in der Wohnung ihres Freundes in Groß St. Florian mit einem Drogencocktail zu und ging daran zugrunde. Wie berichtet, geriet der 21-Jährige laut Polizei beim Anblick der Leiche in Panik, trug sie über die Straße und deponierte sie in einem Container, wo sie am Donnerstag gefunden wurde. Da sich die Jugendliche die Überdosis selbst gespritzt hatte, erwartet den Weststeirer eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung mit Todesfolge. Er könnte mit einer Geldstrafe davonkommen.

von Manfred Niederl, "Steirerkrone"

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