01.10.2021 06:01 |

Hardware-Check

Nintendo Switch: OLED-Version macht vieles besser

Über vier Jahre nach dem Start der Nintendo Switch in Europa legt Nintendo am 8. Oktober mit einem Modell mit OLED-Display nach. Die Rechenkraft der daheim am TV ebenso wie unterwegs nutzbaren Spielkonsole ist unverändert, die Neuauflage ist vor allem ein Display- und Sound-Upgrade und bietet bei der Docking Station eine Verbesserung in Form eines Netzwerk-Ports. Wir hatten bei Nintendo Österreich Gelegenheit, die neue Switch auszuprobieren - und waren überzeugt vom Hardwareupdate.

Immerhin merzt man einige Schwächen des ursprünglichen Modells aus: Der rückseitige Ständer verdient diesen Namen nun tatsächlich, macht einen robusten Eindruck und erlaubt es in Microsoft-Surface-Manier, die Switch bei stufenlos regelbarer Neigung vor sich auf den Tisch zu stellen. Eine weit bessere Lösung als der schmale klapprige Plastikständer des ersten Modells.

Kein Spezifikum der OLED-Version, aber erwähnenswert: Nintendo hat kürzlich ein Software-Update veröffentlicht, das sein Switch-Betriebssystem Bluetooth-Audiounterstützung lehrt. Unser Kritikpunkt am Ursprungsmodell, dass keine kabellosen Kopfhörer unterstützt werden, ist zum Start der OLED-Version somit auch vom Tisch.

Display: Größer, heller, besser
Das sichtbarste Upgrade betrifft selbstverständlich das Display: Bei gleicher Gerätegröße holt Nintendo dank geschrumpfter Ränder sieben statt 6,2 Zoll Diagonale aus dem OLED-Modell, wovon man schlicht in Form von mehr Bildfläche profitiert. Das schadet generell nie, man „taucht“ auf einem größeren Bildschirm einfach tiefer in die virtuellen Welten ein.

Die Darstellungsqualität ist auch höher: Die Nintendo Switch OLED ist farb- und kontraststärker als das erste Modell, außerdem ist das OLED-Display heller. Spiele sehen darauf brillanter aus als früher, Schwarz wird wirklich als solches und nicht als Dunkelgrau dargestellt, Farben leuchten mehr. Beim mobilen Spielen ist das OLED-Display ein tolles Upgrade.

720p sind auf sieben Zoll genug
Die Auflösung ist gleichgeblieben: Im mobilen Modus stellt die Switch Spiele in 720p-Auflösung dar, was uns bei sieben Zoll Diagonale nicht weiter stört. Die Schärfe ist ausreichend, Einzelpixel sind im bewegten Bild für uns nicht zu erkennen. Für die Akkulaufzeit ist 720p auch die bessere Wahl: Mehr Pixel hätten höheren Stromverbrauch bei CPU und Display zur Folge gehabt.

Die Lautsprecher sind lauter und klingen besser als bei der ursprünglichen Nintendo Switch. Das überarbeitete Dock, in das auch alte Konsolen passen, ist gelungen: Hier ist nun ein Anschluss für RJ45-Netzwerkkabel vorhanden, was bei Online-Spielen besseren Ping verheißt. Dass die neue Switch auch in alte Dockingstationen passt, ist ebenfalls durchdacht!

Kein CPU-Update, Joycons unverändert
Die Rechenleistung entspricht dem alten Modell, im TV-Modus gibt es also weiterhin nur 1080p-Auflösung. Spieler, die auf ein 4K-Upgrade gehofft hatten, werden da vielleicht enttäuscht sein, für die Entwickler ist es aber ein Vorteil, Spiele nur für eine Konfiguration optimieren zu müssen.

Eine Eigenheit der Nintendo Switch, die uns auch beim OLED-Modell noch nicht so recht überzeugt, sind die abnehmbaren Joycon-Controller - schlicht, weil sie winzig klein sind und obendrein wenig „Grip“ bieten, wodurch die Konsole bei längerer mobiler Nutzung nicht allzu angenehm in der Hand liegt. Joycons der bisherigen Version passen auch an die OLED-Switch.

Robust verarbeitetes Kunststoffgehäuse
Die Verarbeitungsqualität der OLED-Switch entspricht dem alten Modell: Robuster Kunststoff dominiert. Nichts knarzt, robuster Standfuß, USB-C- und Klinkenanschluss sind vorhanden. Der Bildschirm ist von spiegelndem Glas überzogen, das kann draußen trotz hoher Helligkeit tückisch sein. 

Unter Last wird die warme Luft von einem Mini-Lüfter an der Geräteoberkante ausgeblasen - da stört sie nicht. Die Joycon-Verbindungsschiene wirkt hinreichend stabil: Jene des ursprünglichen Modells hält nun bereits einige Jahre in unserem Langzeittest.

Fazit: Wer noch keine Nintendo Switch hat, bekommt mit dem OLED-Modell für einen Aufpreis von rund 60 Euro bessere Hardware. Wesentliche Probleme beim Ständer wurden behoben. Die Bildschirm- und Sound-Upgrades sind vor allem praktisch, wenn man mobil und nicht am TV spielt. Das neue Dock ist auch ein sinnvolles Extra. Wer schon eine Switch hat und damit vor allem am Fernseher spielt, kann aber wohl auch beim bisherigen Modell mit identer Rechenleistung bleiben.

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