22.09.2021 19:00 |

Politik inoffizell

Der Kampf um den Eichhof geht weiter

In ganz Innsbruck werden neue Häuser gebaut - in ganz Innsbruck? Nein! Eine von unbeugsamen Bewohnern bevölkerte Siedlung hört nämlich nicht auf, Widerstand zu leisten.

Innsbrucks BM Georg Willi musste, wie berichtet, vor Gericht erscheinen: Er habe angeblich falsche Angaben über die Anzahl der leerstehenden Wohnungen im Pema2-Turm gemacht. Unnötiger Leerstand in Zeiten von pervers teurem Wohnraum – diesen Vorwurf lässt sich niemand gern auf die Fahnen heften. Ironischerweise muss sich den Vorwurf aber auch die Stadt selbst gefallen lassen. Ohne eine Armee von Anwälten kämpfen die Bewohner des Eichhofs in Pradl gegen den Leerstand in ihrer Südtiroler Siedlung. Die Gemeinde-Bauten sollen schon seit rund einem Jahrzehnt abgerissen werden, viele sind längst zum Auszug überredet worden - nicht ganz ohne Druck, wie man hört.

Harter Kern will nicht ausziehen
Doch ein harter Kern weigert sich auszuziehen, er will die Häuser lieber saniert wissen, statt neu gebaut. „Mittlerweile sind über 100 Wohnungen leer. Wohnungen, die der Öffentlichkeit gehören, nicht der Politik und nicht der Bau-Lobby. Derzeit sind wir noch 50 Parteien, die nicht ausziehen werden. Also werden diese Wohnungen noch weitere zehn bis 15 Jahre leer stehen“, sagt einer der Widerständigen, Markus Trafoier. Vor etwas mehr als zehn Jahren wurde bereits zum Teil saniert, nun heißt es, die Bausubstanz sei schlecht. Stimmt nicht, aber wenn Wohnungen leer stehen und nicht geheizt werden, dann werden sie ruiniert - und zwar mit Absicht, ist sich Bertold Schwan von der Bürgerinitiative sicher.

Protest-Veranstaltung
Am 30. September um 18 Uhr ist daher eine Veranstaltung geplant. „Mein Appell geht an junge Familien, die eine leistbare Wohnung suchen. Kommt in den Eichhof zu unserer Veranstaltung und übt mit uns gemeinsam Druck aus. Denn diese Wohnungen gehören euch und nicht der Stadtregierung“, betont Trafoier. Schützenhilfe kommt von der Alternativen Liste Innsbruck. GR Mesut Onay möchte den Masterplan, der über die Zukunft des Eichhofes entschieden hat, noch einmal hinterfragen und aufmachen. Sowohl wegen der explodierenden Baustoffpreise, als auch wegen dem ökologischen Aspekt müsse es ein Umdenken geben. Darüber hinaus sei es eine Frage der Demokratie.

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