Verschärfte Kontrollen

Freizeitwohnsitze: Naht Ende des Geschäftsmodells?

Tirol
29.07.2021 11:00

Jahrzehntelang ließ die Politik bei Freizeitwohnsitzen in Tirol die Zügel schleifen - mit bekannten Ergebnissen. Der Wildwuchs in nackten Zahlen: 16.000 legale Freizeitwohnsitze werden gezählt und 10.000 illegale vermutet. Statistisch gesehen sind das knapp 100 Freizeitwohnsitze in jeder der 279 Tiroler Gemeinden. Jetzt droht das Ende der „Betongold-Rallye“ für Betuchte, was auch deren Anwälte auf den Plan ruft.

„Manche Immobilienentwickler fürchten um ihr einträgliches Geschäftsmodell und versuchen deshalb, die Kontrollen ganz gezielt als Spitzelwesen darzustellen“, sagt dazu VP-Gemeindesprecher LA Alois Margreiter.

VP-Gemeindesprecher BM Alois Margreiter (Bild: Birbaumer Christof)
VP-Gemeindesprecher BM Alois Margreiter

„Strengste Regelung Österreichs“
Dabei sei ganz klar geregelt, wie bei einem Verdacht auf illegale Nutzung eines Freizeitwohnsitzes vorzugehen ist: „Das Land Tirol hat dafür gemeinsam mit den Bezirkshauptmannschaften eigens einen 19-seitigen Leitfaden erstellt. Wer seine Immobilie rechtmäßig nutzt, hat nichts zu befürchten. Aber für all jene, die ihr Haus oder ihre Wohnung illegal verwenden, für die wird der Boden heißer – und das ist auch gut so“, sagt Margreiter und betont, dass Tirol die strengste Regelung Österreichs habe und diese auch rechtskonform sei.

„Ich finde es einigermaßen erstaunlich, wenn man sich darüber aufregt, dass bestehende Gesetze exekutiert werden“, erklärt FP-Chef Markus Abwerzger zur laufenden Debatte. Die FP unterstütze noch intensivere Kontrollen.

Markus Abwerzger (FPÖ) (Bild: Christof Birbaumer)
Markus Abwerzger (FPÖ)

Grüne: „Kritik prallt an uns ab“
Genau das versprechen der grüne Wohnsprecher LA Michael Mingler und Gemeindesprecherin LA Stephanie Jicha. „Die Kontrolldichte durch geschultes Personal wird noch deutlich zunehmen. Die Kritik an der strengen Auslegung der Gesetze zu Freizeitwohnsitzen vonseiten einiger Anwälte und Immobilienmakler prallt bei uns ab.“ Mit der diese Woche in Begutachtung geschickten Novelle des Grundverkehrsgesetzes wolle die schwarz-grüne Landesregierung auch eine weitere Verschärfung bei Immobilienkäufen durchsetzen, erklären die Grünen. Bei Freizeitwohnsitzen ist ein teilweises Verbot beim Kauf vorgesehen, im landwirtschaftlichen Grundverkehr soll der „heiß begehrte Erwerb von Landwirtschaften für betuchte EU-Bürger“ erschwert werden.

Stephanie Jicha (Grüne) (Bild: Tiroler Grüne)
Stephanie Jicha (Grüne)

Für die Liste Fritz sollte es verpflichtend sein, „dass alle in diese Geschäfte involvierten Rechtsanwälte und Immobilienmakler auf ihren Internetseiten die drohenden Strafen bei Errichtung eines illegalen Freizeitwohnsitzes auflisten müssten“, sagte LA Markus Sint.

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