16.07.2021 12:00 |

Schwierige Saison

Innsbruck fehlen auch heuer internationale Gäste

Der Städtetourismus leidet besonders an den Folgen der Pandemie. Auch in der Tiroler Landeshauptstadt fehlen Gäste aus Übersee oder Asien. Buchungen werden immer noch kurzfristiger getätigt. Hotelier Thomas Hudovernik meint: „Das Vorkrisenniveau können wir erst 2023 wieder erreichen.“

Man spricht Deutsch! Auch in diesem Sommer dominieren Gäste aus Deutschland und Österreich das Bild in der Tiroler Landeshauptstadt. Vorbei die Zeiten, in denen sich Reisegruppen aus China, Indien oder den USA vor dem Goldenen Dachl drängten. „Urlauber aus Übersee sind quasi nicht existent“, fasst Karin Seiler, Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus, die Lage zusammen. Früher kamen 55 Prozent der Gäste nicht aus dem deutschen Sprachraum. Auch Kongressgäste fehlen komplett.

Zahl der Nächtigungen und Gäste halbiert
Der Städtetourismus wurde besonders hart von der Pandemie getroffen. Innsbruck ist da keine Ausnahme. Mit 1,8 Millionen Nächtigungen lag die Stadt mit ihren dazugehörigen rund 40 Feriendörfern im Sommer 2019 unangefochten an der Spitze der Tiroler Regionen. Im Vorjahr waren es gerade einmal halb so viele. Niemand zweifelt daran, dass die Rückkehr zu alter Stärke dauern wird. „Vor 2023 werden wir an das Vorkrisenniveau nicht anschließen können. Da muss man sich nur die Prognosen der Fluglinien anschauen, die den internationalen Reisemarkt gut beschreiben“, macht sich Thomas Hudovernik – der in bester Altstadtlage das runderneuerte Hotel „Weißes Kreuz“ betreibt – keine Illusionen. Auch sein Haus ist in diesem Sommer weniger international aufgestellt. Deutsche, Österreicher, Schweizer und Niederländer sind die Hauptgästegruppen. „Bei den Holländern spürt man schon wieder eine große Verunsicherung, weil die Corona-Zahlen explodieren“, spielt Hudovernik auf die extrem raschen Veränderungen im Buchungsverhalten an.

„Wer breit aufgestellt ist, hat es leichter“
Das kann Harald Ultsch nur bestätigen. Mit seiner Familie betreibt der Innsbrucker drei Hotels (Schwarzer Adler, Das Adlers und Harry’s Home). Er weiß, „dass viele Buchungen erst drei bis fünf Tage vor Anreise eintrudeln“. Dennoch ist Ultsch nicht unzufrieden: „Wir haben zum Glück nicht nur Geschäftsreisende, sondern auch den klassischen Feriengast. Wer breit aufgestellt ist, hat es jetzt leichter.“ Der Hotelier hofft im August auf ähnliche Nachfrage wie im Vorjahr. Doch auch er sieht das Erstarken des Städtetourismus noch länger nicht. „Frühestens im kommenden Jahr“, lautet die Prognose von Karin Seiler. Sie spricht davon, dass in der Region die Häuser sehr unterschiedlich gebucht sind: „In der Stadt ist es schwieriger, in den Dörfern besser.“ 

Schotten dicht, weil 90 Prozent der Gäste fehlen
Und dann gibt es die, die von 100 auf fast 0 eingebremst wurden. So wie Ulrike Hammerle, Herrin über neun Hotels in Tirol. Wie schon im Vorjahr sind sechs davon zu, weil schlicht die Gäste fehlen. Auch die beiden „Olympia-Hotels“ in der Axamer Lizum gehören zum Konzern. Dort sind die Schotten dicht. „Wir hatten bis zu 90 Prozent Gäste aus Asien. Die meiden Europa derzeit, als würde hier die Pest grassieren“, schildert die Unternehmerin. In einigen ihrer Häuser dürfte es noch länger dunkel bleiben. „Im Winter sind wir unter anderem auf Schülergruppen spezialisiert“, offenbart Hammerle. Derzeit auch nicht die ideale Zielgruppe.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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