12.07.2021 14:03 |

Nach Keane-Kritik

Wirbel um Elfer-Schützen: Jetzt spricht Grealish

Während der frühere Manchester-United-Star Roy Keane aus der Position des TV-Experten die erfahrenen Spieler der englischen Nationalmannschaft kritisiert, wehrt sich jetzt einer der gemeinten, Jack Grealish, gegen die Anschuldigungen. Im Video spricht Krone-Sportchef Peter Frauneder mit Michael Fally über die EM und wie die Engländer am Ende die Nerven verloren haben.

Teamchef Gareth Southgate saß am Morgen danach wie ein Häuflein Elend bei der Pressekonferenz. „Es fühlt sich heute Morgen an, als hätte man mir die Eingeweide rausgerissen“, sagte Southgate. Dies könnte auf Schuldgefühle zurück zu führen sein, bestimmte der Trainer doch für das Elfmeterschießen um die erste Krone seit dem WM-Titel 1966 mit Marcus Rashford (23), Jadon Sancho (21) und Bukayo Saka (19) drei zwar hochtalentierte, aber doch sehr junge Männer.

Kritik
Frühere Größen sparten nicht mit deutlicher Kritik, nahmen dabei auch die Routiniers in die Pflicht. „Wenn du (Raheem) Sterling oder (Jack) Grealish bist, kannst du nicht dasitzen und ein junges Kind (Bukayo Saka, Anm.) vor dir den Elfmeter schießen lassen“, tadelte etwa der frühere Manchester-United-Kapitän Roy Keane. „Sie haben viel Erfahrung, Sterling hat Trophäen gewonnen, sie müssen sich dieser Verantwortung stellen.“ 

Darauf reagierte nun Grealish auf Twitter mit den folgenden Worten: „Ich habe gesagt, ich will einen nehmen!!!“. Er bezieht sich auf die Elfmeter. Dann setzt er fort: „Der Chef (Southgate) hat so viele gute Entscheidungen gehabt, während des Turniers.  Auch diesmal! Aber ich will nicht, dass die Leute sagen, ich wollte keinen Elfer schießen, wenn ich doch wollte“. 

Arsenal-Jungstar Saka leistete sich den entscheidenden Fehlschuss im fünften englischen Versuch - und kämpfte im Arm seines Trainers lange mit den Tränen. „Natürlich ist es herzzerreißend für die Spieler“, sagte Southgate spät am Abend. Er nahm die Schuld auf sich und stellte klar: „Es ist nicht ihre Schuld.“

Southgate verpokerte sich
Southgate machte bei seiner zweiten Endrunde als Englands Manager vieles richtig. Im Finale ging aber Entscheidendes nicht auf. Sein Defensivzugang, indem er einen weiteren Spieler aus dem hochkarätigen Angriff zugunsten eines Defensivspielers opferte, ging letztlich nicht auf. Nach dem frühen 1:0 durch Luke Shaw (2.) kamen die Briten kaum mehr gefährlich vor das italienische Tor.

Southgates Vertrag läuft noch bis nach der WM 2022 in Katar, bezüglich seiner Zukunft wollte er sich am Montag nicht festnageln lassen. „Ich brauche eine Pause. Das ist eine großartige Erfahrung, aber sein Land in diesem Turnier zu führen, kostet Kraft.“ Es gebe viel, worüber er nachdenken müsse. „Ich will mich zu nichts länger bekennen als ich sollte“, sagte er: „So wie ich heute hier sitze will ich die Mannschaft nach Katar führen. Diese Mannschaft ist noch nicht an ihrem Höhepunkt.“

Schon in der Nacht der Niederlage hatte er für seine Spieler nur Worte des Stolzes übrig gehabt. „Sie haben Geschichte geschrieben, mehrere Male im Turnier“, sagte Southgate. „Sie haben alles gegeben, was sie konnten. Nicht nur heute Nacht, sondern das gesamte Turnier. Sie sollten ihren Kopf oben halten. Sie haben dem Land unglaubliche Momente beschert.“

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