06.07.2021 07:00 |

Anklage zugestellt

Gastro-Familie räumt Steuerhinterziehung ein

Es war der Schwarzgeld-Fund der vergangenen Jahre - ausgerechnet bei einer Flachauer Gastro-Familie, die mit ihrer Apres-Ski-Location im Wintersport-Ort bekannt war. Gefunden wurden die Millionen bereits 2019. Öffentlich machte es die Finanz vor wenigen Wochen. Und nun erhob die Staatsanwaltschaft Anklage.

2,8 Millionen Euro auf 206 Sparbüchern und 780.000 Euro in bar: Diese rekordverdächtige Summe an Schwarzgeld hatte eine Flachauer Gastronomen-Familie gehortet. Am 10. Juni ist der Fall durch das Finanzministerium an die Öffentlichkeit gekommen. Steuerfahnder hatten aber bereits 2019 den Fund im Rahmen von Hausdurchsuchungen gemacht.

Allein im Sakko 34.000 Euro gefunden
Und damals fanden sie allein 34.000 Euro im Sakko des Wirts: „Taschengeld“, wie er kommentierte. Nun, kaum einen Monat nach Bekanntwerden des Schwarzgeld-Falls, hat die Salzburger Staatsanwaltschaft bereits Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben, bestätigt Behördensprecherin Elena Haslinger. Es geht um eine Summe von 3,2 Millionen Euro.

Flachauer Wirte-Familie muss vor Strafgericht
„Die beiden Beschuldigten haben sich im Ermittlungsverfahren zu den Vorwürfen geständig gezeigt“, verrät Haslinger. Die Anklage erhielten Mutter und Sohn - sie war bis 2014 handelsrechtliche Geschäftsführerin, danach übernahm er - am Montag zugestellt. Sie ist noch nicht rechtskräftig, ein Prozesstermin ist auch noch nicht fixiert.

Beide haben als Chefs der Apres-Ski-Adresse laut Anklage zwischen 2011 und 2018 insgesamt 1,4 Millionen Euro an Umsatz- und Körperschaftssteuer nicht abgeführt, sowie zwischen 2009 und 2019 rund 1,3 Millionen Euro an Kapitalertragssteuer der Finanz vorenthalten. Auch bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung und der Lohnsteuer sollen sie getrickst haben: um rund 500.000 Euro.

Für den Wirt bedeutete der Schwarzgeld-Fall das Ende der gemeindepolitischen Arbeit bei der ÖVP.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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