28.06.2021 13:55 |

Umfrage in Deutschland

Mehrheit würde Pfand auf Smartphones befürworten

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen würde die Einführung einer Art Pfandsystem für Smartphones befürworten, um wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Kobalt und Tantal sowie Silber, Gold und Nickel oder Seltenerd-Metalle in defekten und alten Geräten wiederzuverwerten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Demnach halten insgesamt 87 Prozent der Befragten ein solches Handy-Pfand für sinnvoll.

„Elektroschrott wird deutschland- und weltweit zu einem massiven Problem“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Der Wunsch nach einem Handy-Pfand sei daher auch als „Weckruf an die Gesetzgeber“ zu verstehen. „Um den Raubbau der Ressourcen zu stoppen, brauchen wir Anreize für die Wieder- und Weiterverwendung von Rohstoffen“, so Bonde. Damit eine solche Kreislaufwirtschaft überhaupt funktionieren könne, müssten die Materialien aber erst einmal in einen Wertstoffkreislauf gelangen. Technische Lösungen allein reichten nicht. „Wir müssen die Menschen zum Mitmachen animieren“, so Bonde.

Reparatur oft zu teuer
Die Umfrage offenbart das derzeitige Dilemma: Befragt nach der Reparierbarkeit von Produkten wie Haushaltsgeräten, Handys und Fernsehern, gaben 91 Prozent an, dass sich Reparaturen finanziell oft nicht lohnten, weil sie teuer seien. Neuanschaffung lautet die Devise. Bonde: „Diese Ex- und Hopp-Mentalität ist ein Teufelskreis; sie wird über kurz oder lang unseren Planeten ruinieren.“

Eine große Mehrheit der Befragten (84 Prozent) vertritt zudem die Ansicht, dass die Hersteller ihre Produkte so planten, dass diese kaum länger als die gesetzliche Garantiezeit halten. Außerdem, so 75 Prozent der Befragten, sei es „zu aufwendig, einen geeigneten Anbieter für die Reparatur zu finden“.

7,3 Kilogramm Elektroschrott pro Kopf
Wie dramatisch die Lage etwa beim Elektroschrott ist, zeige laut DBU der „Globale E-Schrott-Monitor 2020“, eine Bilanz über den weltweiten Elektromüll 2019 von Monitoren über Handys bis zu Kühlschränken: fast 54 Millionen Tonnen - das Gewicht von 350 Kreuzfahrtschiffen wie der „Queen Mary 2“, fielen demnach laut einer Mitteilung der DBU 2019 an. Pro Kopf und Jahr seien das global etwa 7,3 Kilogramm.

Bonde dazu: „Wir müssen es schaffen, Wirtschaftswachstum von einem erhöhten Rohstoffverbrauch zu entkoppeln.“ Nur wenn künftige Generationen Wege zu einer Kreislaufwirtschaft ebneten, bleibe der Planet lebenswert. Bei Handys dürfte sich solches Handeln auszahlen: Rund 80 Prozent seiner Bestandteile sind wiederzuverwerten.

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