23.06.2021 16:15 |

Schauspielhaus Graz

Eine Saison zwischen Frischware und Tiefkühlkost

Acht neue Produktionen stehen in der kommenden Saison im Haupthaus des Schauspielhaus Graz auf dem Programm - genau die Hälfte davon hätte eigentlich schon heuer das Licht der Bühne erblicken sollen, musste pandemiebedingt aber verschoben werden. Während der Sommerpause bietet man einen Online-Spielplan.

„Die Hälfte der großen Produktionen in der kommenden Saison kommen aus der Tiefkühltruhe“, sagt Intendantin Iris Laufenberg. Aus der Tiefkühltruhe deshalb, weil die Inszenierungen schon seit Monaten fertig geprobt sind, aber wegen der Pandemie „eingefroren“ werden mussten. Dabei handelt es sich durchaus um echte Kracher, die man in der kommenden Saison nun auftaut: Das Jelinek-Stück „Das Licht im Kasten“ feiert am 1. Oktober seine Premiere, die Fitzgerald-Adaptierung „Making a Great Gatsby“ am 26. November und auch die beiden Shakespeare-Stücke „Macbeth“ (ab 14. Jänner) und „Ein Sommernachtstraum“ (ab 22. April) werden nachgereicht.

Eröffnet wird die Saison jedoch mit etwas ganz Neuem, das zugleich aber schon fast 200 Jahre auf dem Rücken hat. Erst vor wenigen Monaten erschien mit „Der letzte Mensch“ ein Roman von „Frankenstein“-Autorin Mary Shelley erstmals auf Deutsch. Der 1826 veröffentlichte Schauerroman handelt von einer Seuche, die im 21. Jahrhundert die Gesellschaft Europas auf den Kopf stellt. Klingt irgendwie bekannt. Regisseur Alexander Eisenach der zuletzt in Graz „Vernon Subutex“ gemacht hat, zeichnet für die Bühnenversion verantwortlich - Premiere und damit auch Saison-Eröffnung ist am 16. September.

Neues Ensemblemitglied
Nicht minder dystopisch ist „Die Laborantin“ von Ella Road, die tags darauf im Haus 2 ihre österreichische Erstaufführung erlebt. Die britische Autorin erzählt darin von einer Welt, in der Menschen nach ihren Blutwerten beurteilt werden. Schauspielerin Daria von Loewenich, die ab Herbst neu im Ensemble ist, feiert darin ihre Graz-Premiere.

Weitere Projekte, die für Haus 2 und 3 geplant sind, werden erst im Herbst präsentiert, weil Iris Laufenberg und ihr Team „flexibel auf die Lebensrealität mit oder nach der Pandemie“ reagieren wollen.

Komödiantische Klimatragödie
Fest stehen hingegen drei weitere Projekte im Haupthaus: Am 6. November feiert „Garland“ von Svenja Viola Bungarten Premiere, ein Stück das die „Klimatragödie auf höchst komödiantische Weise thematisiert“, so Chefdramaturgin Karla Mäder. Ab 4. Februar zeigt man mit Alan Ayckbournes „Ab jetzt“ einen Boulevard-Klassiker. Und ab März blickt man dann noch mit „Linda“ von Penelope Skinner auf die Rollenbilder in Beruf, Familie und Gesellschaft.

Erstmals gibt es heuer während der Sommerpause einen Online-Spielplan, der diverse Produktionen der vergangenen Monate virtuell zugänglich macht. Zudem bietet man ab 26. 6. mit „(Un)sichtbare Geschichte“ einen Hörspaziergang durch Graz.

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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