Man kann’s ihm nachempfinden: „Ka Oabeit, ka Zukunft, ka nix“. Dass ihm da „die Decke am Schädel gefallen ist“ im Corona-Lockdown auch. Dass er Freunde treffen wollte auch. Aber er tat dies im gesperrten Lokal, wo er Kellner ist. Und bei der Corona-Kontrolle fand die Polizei Suchtgift im Kassenladl.
Glückskind ist der 58-jährige Angeklagte nicht, der da vor Richterin Claudia Bandion-Ortner im Wiener Landesgericht sitzt. Insgesamt 15 Vorstrafen, wegen kleinerer Delikte. „Auf gut Wienerisch a Pülcher halt. Und jetzt auch noch quasi Corona-Opfer“, seufzt sein Anwalt Werner Tomanek. Denn die Polizei marschierte im an sich geschlossenen Beisl im 2. Bezirk auf, von dem der Kellner einen Schlüssel hatte - und wo er Freunde zum fröhlichen Umtrunk traf. Verbotenerweise im Lockdown.
„A bissl Speed und Koks“
Bei der Durchsuchung fand sich in der Kassa und in der Küche ein „Drogeriemarkt“, wie es der Anwalt nennt. „Was zum Rauchen halt, und a bissl Speed und Koks“, nennt es der Angeklagte beim Namen. Frau Rat wundert sich: „Wie ein Junkie schauen Sie mir nicht aus.“ Es sei auch eher ein „Geschäftsmodell“ gewesen, so der große starke Mann. Gewinn habe er aber „eh keinen gemacht“.
Die Polizei übrigens auch nicht - die Corona-Kontrolle vereitelte eine größer angelegte Aktion der Finanz samt Telefonüberwachung. Urteil: 24 Monate, davon acht unbedingt.
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