Blamage in Ried

Stöger schäumt nach Umfaller: „Das kotzt mich an“

Für Austria-Coach Peter Stöger ist der Last-Minute-Umfaller seiner „Veilchen“ beim 2:3 in Ried am Freitag nur schwer zu verdauen gewesen. „Das kotzt mich an“, schimpfte der scheidende Trainer, dessen Truppe vor erstmals wieder „belebter“ Kulisse eine 2:0-Führung ebenso verschenkte wie das Heimrecht im Play-off am Montag (17.00 Uhr) in Hartberg. Bis zur 79. Minute waren die Wiener voll im Plansoll, führten dank Alexander Grünwald (17.) und Aleksandar Jukic (56.) 2:0.

Die schier unglaubliche Wende leitete ein ganz bitterer Patzer von Tormann Patrick Pentz ein - just jenes Mannes, der über die gesamte Saison die wohl beste Leistung abgeliefert hatte. „Es war sein einziger gravierender Fehler in dieser Saison“, meinte Trainer Peter Stöger über den Lapsus des Salzburgers, der den Schuss des künftigen Rapidlers Marco Grüll durch Hände und Beine rutschen ließ.

Was dann kam, erstaunte nicht nur Ried-Coach Andreas Heraf („Ich hätte nicht gedacht, dass wir so zulegen können“), sondern brachte auch Stöger auf die Palme. „Zu Beginn habe ich Spieler gebracht, die etwas Praxis brauchen, nach dem 2:0 die Jungs, die im Rhythmus sind - und die verscheißen uns die Partie. Wir wussten, dass Ried im Umschaltspiel gut ist, und dann rennen wir in drei Konter“, ging der scheidende Trainer zumindest mit einem Teil seiner Truppe hart ins Gericht.

Psychologischer Vorteil für Hartberg
Ante Bajic (89.) und „Joker“ Manuel Kerhe (94.) krönten die wütenden Angriff Rieds im Finish mit den entscheidenden Treffern, schon der 2:2-Ausgleich hatte für die Austria den Verlust des Heimrechts im Play-off bedeutet. Anstatt nun den eigenen Fans die Chance auf eines oder zwei weitere Heimspielen zu geben, stand „Violett“ mit leeren Händen da. „Das haben wir besprochen. Das kotzt mich an“, schimpfte Stöger auf „Sky“. Er sah nun einen „kleinen psychologischen Vorteil“ für Hartberg, das seinerseits in St. Pölten 1:0 siegte. „Wenn wir so spielen wie in der letzten Viertelstunde, können wir uns die Reise sparen.“

Hartberg-Coach Markus Schopp stellte seine Elf am Freitag vorausschauend auf - gleich an zehn Positionen rotierte er mit Blick auf das Play-off-Duell mit der Austria. Der Sieg in der Qualifikationsgruppe mitsamt Heimrecht gegen die Wiener ist da eine Draufgabe. Denn nicht zuletzt aufgrund einer Roten Karte gegen Abdoul Yoda wurde es im Finish noch einmal spannend. „Mit viel Leidenschaft“ habe man die Führung dem Trainer zufolge über die Zeit gebracht. „Wir sind verdient Siebenter in der Meisterschaft geworden“, konstatierte Schopp, der die Gerüchte um seine Nachfolge von Stöger bei der Austria einmal mehr nicht näher kommentieren wollte.

Beim SKN waren die Gedanken ebenso schon bei den nächsten Spielen, in denen es für die St. Pöltener um den Klassenerhalt geht. Die Generalprobe lief nicht optimal. Als einziges Team der Qualigruppe blieben die Niederösterreicher sieglos, der letzte volle Erfolg liegt überhaupt 14 Spiele zurück.

Baumgartner zufrieden
Trainer Gerald Baumgartner war mit seinem Team dennoch zufrieden. „Ich nehme viele positive Sachen in die Relegation mit“, so der Coach. Das Spiel gegen Hartberg sei ein Spiegelbild des Frühjahrs gewesen. Die Schonfrist endet damit aber: „Ich hoffe, dass sich die Medaille in den kommenden beiden Spielen in die richtige Richtung wendet.“ Am Mittwoch und Samstag geht es gegen Wacker Innsbruck oder Austria Klagenfurt. Die Entscheidung darüber fällt am Sonntag.

krone Sport
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