Willi Ruttensteiner:

„Fürchterlich! Frau und Töchter in großer Sorge“

Wie Israels Fußball-Teamchef Willi Ruttensteiner in der Nähe von Tel Aviv die Raketenabschüsse der Hamas erlebt. „Die Pandemie ist hier besiegt, nun eskaliert sofort die nächste Krise - das ist fürchterlich“, so Ruttensteiner zur „Krone“: „Meine Frau und meine Töchter machen sich verständlich große Sorgen.“

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Die Nächte sind derzeit für Israels Fußball-Teamchef Willi Ruttensteiner in seinem Appartement in Herzliya in der Nähe von Tel Aviv ein Horror. Jederzeit können Sirenen und die Warn-Handy-App einen Raketen-Abschuss der Hamas melden.

„Frau und Töchter machen sich große Sorgen“
Der Oberösterreicher erzählt im Gespräch mit der „Krone“: „In der Nacht auf Sonntag hat es mich zum Beispiel um 0.10 Uhr aus dem Schlaf gerissen, dann hetzt du voller Adrenalin in den Schutzraum der Etage, sitzt dort zwischen Fahrrädern, Sesseln, Bänken und Matratzen mit anderen Menschen zusammen. Kinder schauen dich mit großen Augen an. Das ist für mich mental sehr schwierig. Ich nehme das als bedrohlich und gefährlich wahr.“ Bis jetzt gab es in unmittelbarer Nähe noch keinen Raketeneinschlag: „Aber in der Nähe des Verbandssitzes ist ein Mann in seiner Wohnung gestorben.“ Ruttensteiners Ehefrau Ines und die Töchter Lisa und Carmen machen sich verständlicherweise große Sorgen. Willi arbeitet aktuell nur im Homeoffice, geht kaum raus: „Ich jogge höchstens ein wenig, bleibe aber nahe zum Haus.“

„Noch nie so schlimm“
Ganz wichtig ist als Ablenkung geistige Arbeit: „Ich bereite die Tests Anfang Juni daheim gegen Montenegro und in Portugal vor, mache Video-Analysen. Aber das Spiel gegen Montenegro ist unsicher.“ Ruttensteiner hofft, dass es bald einen Waffenstillstand gibt: „So schlimm war es noch nie seit meinem Umzug. Da hat Israel die Pandemie dank fantastischer Impfleistung besiegt, herrschte Euphorie. Ich habe das beim Fußballspiel zwischen Maccabi Tel Aviv und Maccabi Haifa im mit fast 30.000 Fans ausverkauften Bloomfield-Stadion erlebt. Es war eine tolle Atmosphäre, auf die wir lange gewartet haben. Und dann folgt die nächste Krise. Das ist fürchterlich. Ich wünsche mir nur eines: Frieden!“ Darauf hofft auch Ex-SturmSpieler Lukas Spendlhofer, vorläufig verließ der Legionär von Erstligist Bnei Sachin aber mit Frau und Kind Israel.

Matthias Mödl, Kronen Zeitung

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