Auftakt in Kapstadt

Golf: Olympia-Stress nach verspätetem Tour-Start

Sport-Mix
11.05.2021 11:39

 Trotz Corona beginnt diese Woche mit den South African Open in Kapstadt die Europa-Tour der Profigolf-Frauen 2021. Der späte Saisonstart bringt vor allem Sarah Schober unter Druck. Während Christine Wolf nach ihrem Premierensieg vergangenes Jahr in Indien im aktuellem Olympia-Ranking für die Tokio-Spiele erneut qualifiziert ist, hat Schober zuletzt viel Boden verloren. Die Steirerin muss daher rasch „liefern“, schon am 28. Juni endet die Olympia-Qualifikationsfrist.

Bis dahin stehen derzeit lediglich fünf Events der Ladies European Tour (LET) auf dem Programm. Vor einem Jahr wäre Schober neben Wolf für die Sommerspiele qualifiziert gewesen, womit Österreich neben zwei Männern auch zwei Frauen am Start gehabt hätte. Dann wurde Olympia wegen Corona um ein Jahr verschoben. Die zur Untätigkeit verurteilte Schober ist im Ranking mittlerweile deutlich zurückgefallen. Bernd Wiesberger und Matthias Schwab spielen diese Woche beim British Masters in England indirekt auch um die US Open, für Olympia hat Wiesberger aber schon abgesagt. Daher soll Sepp Straka neben Schwab zu den Spielen.

Sarah Schober (Bild: GEPA)
Sarah Schober

60 Spielerinnen und Spieler sind für Olympia wieder startberechtigt. Ob Schober Wolf nach Japan begleiten kann, entscheidet sich in den kommenden Wochen. „Ich brauche auf jeden Fall gute Ergebnisse. Aber ich bin voller Selbstvertrauen“, gab sich Schober nach ihren Siegen zuletzt beim Shootout in Graz und dem Pro-Am im Murhof zuversichtlich. „Ich fühle mich wohl. Ich weiß aber, dass ich gut organisiert sein und gutes Golf spielen muss, damit ich Olympia noch schaffe“, ist der Steirerin bewusst. „Möglich ist es jedenfalls.“

Schober: „Ganz fair ist das nicht“
Schober ist auch deshalb zurück- und aus der Olympialiste gefallen, weil auf der LPGA- und Symetra-Tour in Amerika längst wieder gespielt wird. „Deshalb habe ich fast 100 Plätze verloren“, zeigt Schobers Blick auf die für Olympia maßgebliche Weltrangliste. Die Südsteirerin aus der Thomas-Muster-Stadt Leibnitz arbeitet nun mit dem nicht verwandten Albert Schober als neuem Mentaltrainer zusammen und will sich nicht ärgern. „Ganz fair ist das trotzdem nicht.“

Auch Wolf hat sich zuletzt in Österreich beim Audi Circuit „aufgewärmt“ und kann den Tour-Start kaum noch erwarten. „Ich fühle mich wie ein Rennpferd, das endlich aus dem Stall raus und laufen darf“, sagte die Tirolerin vor dem ersten Saisonturnier zur APA. „Es ist komisch, wenn man ein halbes Jahr fast nicht gespielt hat. Aber jetzt freue ich mich, wenn es endlich los geht.“

Wolf hat mit ihrem historischen Turniersieg - vor ihr hatte nur Nicole Gergely für Österreichs Golf-Frauen auf der LET triumphiert - viel Selbstvertrauen getankt. „Ich weiß nun, durch welche Emotionen man da geht. Und es macht Lust auf mehr.“

„Viel kann nicht mehr passieren“
Die Proette aus Igls bei Innsbruck ist beim olympischen Golf-Comeback in Rio schon dabei gewesen, hat Platz 43 belegt und kennt das Flair der fünf Ringe. Für sie sind die wenigen Turniere bis zur Olympia-Deadline eher ein Vorteil. „Viel kann hoffentlich nicht mehr passieren. Aber ein gutes Ergebnis macht auf jeden Fall sicherer.“

In Südafrika verläuft das Leben trotz Corona relativ normal. Auf dem Golfplatz droht hingegen heftiger Wind. „Bis zu drei Schlägern“, weiß Schober über den Westlake Golf Club. Olympia gemeinsam mit Wolf zu bestreiten, wäre genial, so die 29-Jährige. „Chrissie ist immer für mich da, wir verstehen uns gut. Es wäre ein Traum, Österreich zu zweit bei den Spielen zu vertreten.“

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(Bild: KMM)



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