10.05.2021 10:51 |

EZB-Chefin Lagarde:

Digitaler Euro ist nicht nur Sache der Notenbank

Die Entscheidung über die Einführung eines digitalen Euro kann nach Ansicht von EZB-Chefin Christine Lagarde nicht nur Sache der Notenbank sein. Die Zentralbank schulde es den Europäern, einen digitalen Euro auszuloten, für die künftige Entscheidung seien aber nicht nur die Währungshüter zuständig, sagte Lagarde in einer Online-Fragerunde. „Ich denke, das ist zu wichtig, um es nur einer Zentralbank zu überlassen“, fügte sie hinzu.

Gesetzgeber müssten ebenfalls einbezogen werden. Denn es gebe Fragen zum Datenschutz. „Auch wirft das die Frage der Struktur des Finanzsektors auf.“

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) verwies in der Fragerunde auf öffentliche Konsultationen der Notenbank zu den Ansichten der Bürger in Europa. „Sie sind sehr interessiert. Sie wollen das“, sagte Lagarde. Die Viruspandemie habe den Prozess noch beschleunigt. Rund 50 Prozent der Europäer sagten, sie möchten digital zahlen, sie würden gerne so ein Mittel nutzen, sagte die Notenbankchefin.

Noch kein grünes Licht für digitalen Euro
Bisher hat die EZB aber noch kein grünes Licht für ein Digital-Euro-Projekt gegeben. Mitte des Jahres soll hierüber beschlossen werden. Unlängst hatte EZB-Direktor Fabio Panetta gesagt, es könnte insgesamt noch rund fünf Jahre dauern bis die Notenbank in der Lage sei, einen digitalen Euro an den Start zu bringen.

Kleine Zentralbanken sind schon viel weiter. Die Bahamas hatten 2020 als erstes Land der Welt eine digitale Version ihrer Währung an den Start gebracht - den sogenannten „Sand Dollar“. Und vor wenigen Wochen hatte die Ostkaribische Zentralbank, die Notenbank mehrerer Länder der Ostkaribik, das sogenannte „DCash“ eingeführt. Damit ist die Ländergemeinschaft weltweit die erste Währungsunion, die eine Digitalwährung besitzt.

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