03.04.2021 09:31 |

„Rücksichtslos“

In der Nacht auf Samstag brannten neun Osterfeuer!

Nicht besonders lustig - das hätte mit dem angrenzenden Wald und der Waldbrandgefahr auch anders ausgehen können und beschäftigte 18 Feuerwehrleute! In Apfelberg in der Steiermark begannen in der Nacht auf Samstag zwei fürs Osterfeuer vorbereitete Haufen zu brennen. Und in Liezen mussten die Florianis gleich siebenmal ausrücken!

„Aus nicht weiter bekannter Ursache“, wie es heißt, hatten die Haufen zu brennen begonnen - ob das tatsächlich ein Zufall war? Die Feuerwehr Apfelberg musste jedenfalls Samstag gegen 1.50 Uhr früh gleich zweimal im Knittelfelder Stadtteil Apfelberg ausrücken. Mit Krampen, Hacken und Hochdruckrohr konnten die 18 eingesetzten Feuerwehrleute das Feuer während des einsetzenden Windes rasch unter Kontrolle bringen und ein Übergreifen auf den nahe gelegenen Wald verhindern.

Gleich sieben Feuerwehren des Bezirkes Liezen mussten zudem in der Nacht auf Samstag zu Brandeinsätzen gerufen werden, ebenfalls zu nicht angemeldeten Brauchtumsfeuern. Was für völliges Unverständnis sorgt! Die „Brandserie“ begann im Abschnitt Paltental; um 21 Uhr rückte die FF Gaishorn Richtung vormaliger Müllplatz aus, wo ein Brand gesichtet wurde, die eintreffende Mannschaft stellte jedoch nur ein Brauchtumsfeuer fest.

Flächenbrand beim Bahnübergang
Nur zehn Minuten später Alarm im Abschnitt Gröbming: die FF Mitterberg wurde zum Brand eines Haufens Abbruchmaterial gerufen. Zu diesem Zeitpunkt herrschten hohe Windgeschwindigkeiten und das Feuer befand sich in unmittelbarer Nähe zu einem Waldstück, die Florianijünger konnten aber unmittelbar nach Eintreffen melden, dass der Brand unter Kontrolle ist. Um 22.18 Uhr alarmierte die Bezirkswarnzentrale die FF Öblarn zu einem Flächenbrand beim Bahnübergang neben der Landesstraße (Osterfeuer). Vorsorglich wurde auch die ÖBB über das Brandereignis in Kenntnis gesetzt. 

Um 22.35 Uhr Alarmierung der FF Stein an der Enns, ein Brand in der Nähe der Sölkbachbrücke (L712) wurde angezeigt - es handelte sich ebenfalls um ein nicht angemeldetes Brauchtumsfeuer. Auch der Abschnitt Irdning blieb nicht verschont: Kurz vor 23 Uhr meldete die Polizei ein Brandereignis im Ortsteil Fischern, die FF Aigen im Ennstal rückte aus und löschte einen Holzstapelbrand, der Einsatz für die zwölf Mann dauerte bis 1 Uhr nachts.

Feuerschein von Autobahn aus gesehen
Eine halbe Stunde später rückte die FF Bärndorf zur Brandbekämpfung aus, eine Augenzeugin nahm einen unklaren Feuerschein von der Autobahn aus wahr und setzte einen Notruf ab. Wiederum handelte es sich um ein Brauchtumsfeuer. Die Brandnacht fand ihr Ende in den frühen Morgenstunden; die FF Michaelerberg löschte einen brennenden Haufen aus Hackgut in der Nähe des Bahnhofes ab; der Notruf war von einem Nachbarn abgesetzt worden.

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Dieses Vorgehen ist jedoch grob fahrlässig und rücksichtslos gegenüber unseren Frauen und Männern.

Bereichsfeuerwehrkommandant OBR Heinz Hartl

Appell an mehr Vernunft und Sorgfalt
Bei Bereichsfeuerwehrkommandant OBR Heinz Hartl sorgt die Unvernunft der „Brandstifter“ für Unverständnis: „Es ist höchst bedenklich, dass unsere Feuerwehren ihre Freizeit aufwenden und Corona-bedingt auch ihre Gesundheit riskieren müssen, nur weil Brauchtumsfeuer nicht wie verpflichtend bei der Behörde angemeldet werden. Wir helfen gerne, wo unsere Hilfe gebraucht wird - schnell und unbürokratisch. Dieses Vorgehen ist jedoch grob fahrlässig und rücksichtslos gegenüber unseren Frauen und Männern.“ Der Oberbrandrat appelliert daher um mehr Vernunft und Sorgfalt.

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