18.03.2021 14:31 |

Drei Patienten tot

Bereits 13 AstraZeneca-Vorfälle in Deutschland

Nach dem als Vorsichtsmaßnahme getroffenen Stopp der Corona-Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca hat sich die Zahl der gemeldeten Vorfälle in Deutschland erhöht. Inzwischen wurden 13 Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen kurz nach der Spritze festgestellt, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Bei den Betroffenen handle es sich um zwölf Frauen und einen Mann zwischen 20 und 63 Jahren. Drei der Patienten seien verstorben.

Am Montag, als die Impfungen mit dem Impfstoff des britischen-schwedischen Herstellers vorsorglich ausgesetzt wurden, waren noch sieben Fälle mit Thrombosen bekannt. Inzwischen gebe es 13 gemeldete Fälle - dies sei überdurchschnittlich viel, auch angesichts der hohen Zahl von mehr als 1,6 Millionen Impfungen mit AstraZeneca.

Erst am Mittwoch wurde bei einer 47-Jährige ein Blutgerinnsel festgestellt, die Frau sei nicht in Lebensgefahr, erklärte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Einschätzung der EMA mit Spannung erwartet
Der Stopp der Impfungen mit AstraZeneca in Deutschland wurde vom für die Impfstoff-Sicherheit zuständigen Paul-Ehrlich-Institut empfohlen. Auch in weiteren Ländern wie Frankreich, Dänemark, Italien und Spanien wurde die Verabreichung vorerst ausgesetzt. Für Donnerstagnachmittag kündigte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) eine Einschätzung in der Angelegenheit an. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte kurz davor mitgeteilt, dass sie Vertrauen in das Vakzin habe und sich von der Neubewertung durch die EMA eine „sehr deutliche Aussage“ erwarte.

Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor voreiligen Schlüssen: „In Impfkampagnen ist es Routine, potenzielle unerwünschte Ereignisse zu melden. Das bedeutet nicht notwendigerweise, dass die Ereignisse mit der Impfung in Verbindung stehen“, erklärte Regionaldirektor Hans Kluge.

WHO: „Vorteile überwiegen klar Risiken“
Es sei positiv, dass solche Fälle entdeckt, untersucht und bewertet werden - das zeige, dass die Überwachungs- und Regulierungsmechanismen greifen. „Zu diesem Zeitpunkt überwiegen allerdings die Vorteile des AstraZeneca-Impfstoffes klar dessen Risiken. Und sein Gebrauch sollte fortgesetzt werden, um Leben zu retten“, so Kluge.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).