17.03.2021 14:21 |

„Viel Luft nach oben“

AstraZeneca: Trubel um Thrombosen, Lieferprobleme

Kein gutes Jahr bisher für AstraZeneca: Der Wirbel rund um den Corona-Impfstoff nimmt weiterhin nicht ab. Nachdem es zu einer Häufung von Thrombosefällen nach den Verimpfungen bekommen war, hatten einige Länder einen Verabreichungsstopp verhängt. Und nun kritisierte auch noch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Lieferprobleme des Unternehmens, da AstraZeneca „deutlich weniger als zugesagt“ liefern wird.

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Die Firma werde im zweiten Quartal nach derzeitigen Angaben nur etwa 70 Millionen Dosen liefern, sagte die deutsche Politikerin am Mittwoch in Brüssel. „Das sind erheblich weniger als die 180 Millionen, die sie vertraglich zugesagt haben, zu liefern.“ Bei AstraZeneca sei noch „viel Luft nach oben“.

EU hält an Impfziel fest
An dem Ziel, dass bis Ende des Sommers 70 Prozent der Erwachsenen in der EU vollständig geimpft sein sollen, hielt von der Leyen fest. Der Start der Impfkampagne sei zwar schwierig gewesen. Doch man habe Fortschritte gemacht. Biontech/Pfizer und Moderna hielten ihre Lieferverträge ein. „Jetzt müssen wir uns auf die Zeit bis zum Sommer konzentrieren“, sagte von der Leyen. Die Impfstofflieferungen würden zunehmen. Bisher sind in der EU vier Impfstoffe zugelassen.

Von Biontech/Pfizer sollen von der Leyen zufolge von April bis Juni 200 Millionen Dosen und von Moderna 35 Millionen kommen. Im Laufe des Aprils komme zudem das Vakzin von Johnson & Johnson hinzu, von dem im zweiten Quartal etwa 55 Millionen Dosen erwartet würden. Anders als die anderen Impfstoffe müsse dieses Präparat nur einmal verabreicht werden. Falls AstraZeneca seine Zusagen für das erste Quartal einhalte, würden bis Ende März von allen Herstellern insgesamt 100 Millionen Dosen geliefert, sagte von der Leyen.

Alle warten auf EMA-Entscheidung
Nach dem vermehrten Auftreten von Sinusvenenthrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung haben zahlreiche EU-Staaten die Verimpfung des Vakzins zumindest vorübergehend ausgesetzt. Nun wartet Österreich und der Rest von Europa gespannt auf die neuen Empfehlungen der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA in Amsterdam. Diese wird am Donnerstag erwartet.

Von der Leyen empfiehlt Verteilungskorrektur
Von der Leyen empfahl außerdem eine Korrektur von bestehenden Abweichungen vom Bevölkerungsschlüssel bei den Corona-Impfstofflieferungen. Die für das zweite Quartal vorgezogenen zehn Millionen Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer könnten genau die Summe sein, die Ungleichgewichte in Quartal 1 und Quartal 2 auszugleichen, sagte von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Dies sei jedoch Entscheidung der Mitgliedstaaten, „aber das ist meine Empfehlung“.

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