Tino Wieser, als Chef von Palmers und Hygiene Austria im Zentrum der Affäre um den Maskenhersteller, weist die Vorwürfe im Radio zurück. Die Menge der China-Ware werde „überraschend klein sein“. Die Liechtensteiner Stiftung, über die gekauft worden sein soll, gehöre Palmers-Miteigentümer Matvei Hutman.
Die Familie Hutman besitzt 50 Prozent der Unterwäschekette, Rechnungen von Hygiene Austria seien aber nie über diese Stiftung gelaufen, so Wieser. Insgesamt habe man bisher 100 Millionen Masken erzeugt, wie viele aus China an Kunden ausgeliefert wurden, werde gerade erhoben, „die genaue Menge wird aber überraschend klein sein“.
Die Qualität sei jedenfalls bei allen Masken nachweislich gut. Die Zertifizierung mit dem CE-Zeichen habe man in Ungarn machen lassen, weil es in Österreich im vorigen Sommer noch kein Prüfinstitut gab.
„Es gab kein Lohndumping“
Zum Vorwurf, über Leiharbeitsfirmen teilweise schwarz bezahlte Leute für das Umpacken der Chinamasken beschäftigt zu haben, meint Wieser: „Wir haben Sozialversicherungsnummer, Anmeldung usw. jeden Monat überprüft, es gab kein Lohndumping.“
Kocher: „Keine Beanstandungen bei Besuchen“
Tatsächlich machte das Arbeitsinspektorat laut Arbeitsminister Martin Kocher sechs, teilweise unangemeldete, Besuche, bei denen es keine Beanstandungen gab. Der Leiter der Finanzpolizei merkte jedoch an, dass diverse Firmen Leute nur geringfügig anmelden, sie aber viel länger arbeiten lassen.
Inzwischen prüft das Land Niederösterreich rechtliche Schritte gegen Hygiene Austria, weil es rund 4,5 Millionen Masken extra wegen des Versprechens „Made in Austria“ angekauft hat.
Kronen Zeitung
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