23.02.2021 18:00 |

Bei Promis beliebt

Was steckt hinter dem Hype um die App Clubhouse?

Clubhouse liegt derzeit voll im Trend. Auch in Tirol findet die Social-Media-App stets mehr Befürworter, darunter auch Promis. Wer dabei ist, will mitreden, zuhören oder selbst einen Raum für Diskussionen erstellen.

Das neue soziale Netzwerk „Clubhouse“ erlebt derzeit einen großen Ansturm. Die clevere Strategie der beiden US-Gründer Paul Davison und Rohan Seth: Wer mitmachen will, benötigt eine Einladung. Daher sind auch viele Nutzer des exklusiven „Clubs“ mit ihren echten Namen angemeldet. Zur Freude des Nutzerkreises geben sich selbst Promis wie Thomas Gottschalk, Jared Leto, Paris Hilton oder Arabella Kiesbauer die Ehre. Zum Teil geben sie auf der Audio-Chat-Plattform ganz unverblümt Privates preis.

Die Regeln sind einfach erklärt: Jeder Nutzer kann in sogenannten öffentlichen Räumen Gesprächen lauschen, seine eigene Gruppe eröffnen und sich auch aktiv an Diskussionen beteiligen. Letzteres geschieht mit Hand-Zeichen, die den Moderatoren signalisieren, dass man gerne mitdiskutieren möchte.

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Mir gefällt die Audio-Chat- Plattform Clubhouse vor allem deswegen, weil man sowohl zuhören kann als auch gehört wird.

Hotelier Daniel Stock

Auch geschlossene Räume, in denen sich die Teilnehmer mit Freunden vernetzen können, sind möglich. Und wer nach einer gewissen Zeit nicht mehr mithören möchte, kann sich ohne großes Aufsehen aus einem Raum verabschieden. Da Clubhouse auch in Tirol ziemlich schnell an Popularität gewinnt, ging die „Tiroler Krone“ der Frage nach, was für Künstler, Unternehmer, Hoteliers und Politiker den Reiz der Social-Media-App ausmacht.

Vermischung der realen und der digitalen Welt
Wenn es nach dem Gründer der Kommunikationsagentur P8, Georg Hofherr, geht, ist es von Vorteil, dass die Social-Media-App die digitale mit der realen Welt auf einer erweiterten emotionalen Ebene vermischt: „Sprache kann unheimlich viel Gefühl und Emotion vermitteln. Dies geht uns bei Plattformen wie Facebook, Instagram und Co. ab. Obwohl ich kein täglicher Nutzer bin, freue ich mich, hin und wieder Bekannte und Freunde auf der Audio-Chat-Plattform Clubhouse zu treffen und mit ihnen zu diskutieren.“

Außerdem sei, weiß der Marketingspezialist, die Hürde für die Teilnehmer geringer, wenn es möglich ist, sich über eine reine Chat-App ohne Video-Bild zu unterhalten.

„Ist das richtige Produkt zur richtigen Zeit“
WKO-Vizepräsidentin und Unternehmerin Martha Schultz schlägt in die gleiche Kerbe und betont im Gespräch, ebenfalls gerne an virtuellen Talkrunden teilzunehmen. Für sie ist Clubhouse das richtige Produkt zur richtigen Zeit: „Gerade in einer Phase, in der die Menschen durch Pandemie und Lockdowns in ihrem sozialen Leben enorm eingeschränkt sind, trifft die Plattform den Nerv der Zeit. Einerseits haben die Menschen mehr Zeit und sind notgedrungen häufig zu Hause, andererseits wird das Bedürfnis nach Austausch und sozialen Kontakten – zumindest virtuell – erfüllt.“

Und Musikerin Sara De Blue erzählt, neben der Teilnahme an lockeren Gesprächsrunden auch gerne die Chance wahrzunehmen, sich über die Audio-App weiterzubilden: „Als Musikerin ist es interessant, bei Diskussionen von Musikproduzenten und -experten zuzuhören. Man kann sich jederzeit einklinken und bekommt so gratis Vorträge.“

Gesundheit, Lebensstil und das Single-Dasein
Mehrere Inhalte steuert bereits der Zillertaler Hotelier Daniel Stock bei. In seinen Räumen kann man über Gesundheit und einen vitalen Lebensstil plaudern (mYouwe) oder sich über das Thema Tourismus (Gast/Gastgeber) auslassen. Beziehungen aller Art können immer sonntags in der Single Hotel Bar um 18.30 Uhr diskutiert, argumentiert oder auch infrage gestellt werden.

Daniel Stock: „Ich bin ja quasi ein lebenslänglicher und glücklicher Single und unterhalte mich, gerade in Zeiten wie diesen, gerne über die vielen Vorteile aber auch die Kontras des Single-Daseins. Mir gefällt es, dies auf einer Plattform zu tun, auf der man sowohl zuhören kann als auch gehört wird.“

Politiker bekommen die Möglichkeit, zuzuhören
Dass auch Politiker nicht abgeneigt sind, beweist der Landtagsabgeordnete Mario Gerber (ÖVP): „Der Reiz dieser Audio-Chat-Plattform ist, Informationen zu bekommen, auszutauschen und weiterzugeben. Und gerade als Politiker hat man auch die Möglichkeit, zuzuhören.“ Die begehrte Einladung für die App bekam Gerber übrigens von einem Familienmitglied: „Mein Sohn ist sehr an Multimedia interessiert und kennt sich bestens aus. Er lud mich sogar gleich zu Beginn ein.“

Fazit: Wer gut und lässig plaudern will sowie Menschen mit interessanten Gesprächen in seinen Bann ziehen kann, wird auf Clubhouse erfolgreich sein

Recka Hammann, Kronen Zeitung

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