21.01.2021 11:03 |

Kawasaki-Technologie

Dieser Roboter macht 2000 PCR-Tests in 16 Stunden

Der japanische Industrieroboterhersteller Kawasaki Heavy Industries (KHI) hat einen Roboter konstruiert, der die Corona-Testkapazitäten des Landes massiv erweitern könnte. Der Roboter kümmert sich darum, Proben zu entnehmen und erledigt auch gleich die Auswertung. Er soll 2000 Tests in 16 Stunden durchführen können und kann in einem mobilen Container dorthin geschickt werden, wo erhöhte Testkapazitäten von Nöten sind.

Wie „Technology Review“ berichtet, haben KHI und der Laborgerätehersteller Sysmex in ihrem Joint-Venture Medicaroid den Roboter entwickelt, um die begrenzten PCR-Testkapazitäten Japans zu erweitern. Aufgrund von Personalmangel wurden dort für ein Industrieland bisher vergleichsweise wenige PCR-Test durchgeführt. Bei KHI habe man daher die Idee gehabt, die Testprozedur wie eine Produktionslinie in einer Autofabrik zu automatisieren und das ganze System in einem mobilen Container aufzubauen.

2000 PCR-Tests binnen 16 Stunden
Die Funktionsweise des Systems: Bei einem Corona-Verdachtsfall setzt sich der Testkandidat vor den Roboter, ein Krankenpfleger steuert den Roboterarm mit dem Teststab in die Nase des Probanden. Ein anderer Krankenpfleger hält den Kopf des Probanden weg. Den Abstrich reicht der Roboter gleich an weitere Maschinen weiter, die den Test auswerten. Nach 80 Minuten soll der Test automatisch ausgewertet worden sein und das Ergebnis vorliegen. So brauche man weit weniger Personal für die Tests und könne binnen 16 Stunden 2000 Menschen testen, erklärt der Hersteller.

Gesundheitsminister lobte System
Das System wurde diese Woche Japans Gesundheitsminister Norihisa Tamura präsentiert, der die Entwicklung lobte, weil der Roboter das medizinische Personal entlasten und die Genauigkeit der Tests erhöhen könne. Konkrete Aufträge gab es noch nicht. Überhaupt müsste das System vor einer breiten Anwendung wohl noch diverse Test- und Genehmigungsverfahren durchlaufen. Nach den Erfahrungen der letzten Monate dürften viele Länder aber daran interessiert sein, sich für eine etwaige nächste Pandemie zu rüsten und in Testkapazitäten zu investieren.

Boom bei medizinischen Robotern
Roboter in der Medizin erlebten in den letzten Monaten einen Boom. Neben Testrobotern, wie sie etwa auch das Unternehmen Brain Navi Biotechnology aus Taiwan entwickelt hat, kommen auch Desinfektions-Roboter zum Einsatz, die mit starkem UV-Licht Viren und andere Keime abtöten. Vereinzelt setzte man auch auf Telepräsenzroboter, um ohne physischen Kontakt mit Erkrankten kommunizieren zu können. In Japan kamen zudem auch vorher schon viele Roboter in der Medizin zum Einsatz, etwa in der Altenpflege. Japan hat die älteste Bevölkerung der Erde.

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