17.01.2021 08:12 |

Nach Sieg in Flachau

Feller: „Ich bleibe für immer der Märchenprinz!“

Solche Geschichten schreibt nur der Sport: Im 124. Weltcup-Rennen seiner Karriere feierte Manuel Feller gestern in Flachau den ersten Sieg - ausgerechnet auf jenem Hang, über den der Tiroler gewitzelt hatte. „Jetzt bleibe ich für immer der Märchenprinz“, sagte er nach seinem Triumph.

Als Manuel Feller gestern in Flachau auf der Piste war, dröhnte der EAV-Klassiker „Märchenprinz“ aus den Boxen. Als er wenig später als Sieger feststand, war eine der verrücktesten österreichischen Sportgeschichten der letzten Jahre perfekt. „Der Druck war enorm, ich war unglaublich nervös“, gestand Feller. „Ich hab die Schlagzeilen vor mir gesehen, wenn ich beim zweiten Tor eingefädelt hätte.“ Nach dem Sager, dass Flachau im Vergleich zu Wengen oder Kitzbühel eine Märchenwiese sei, wäre er das Gespött der Nation gewesen. So wurde er zum Helden.

Der Tiroler ist der Meinung, dass bei der Geschichte aus einer Mücke ein Elefant gemacht wurde. Aber: „Ich bedanke mich für die große Aufmerksamkeit, nur dadurch wurde die Geschichte so speziell. Und jetzt werde ich für immer der Märchenprinz bleiben.“

Feller: „Riesenlob“ an die Pistenarbeiter
Nach seinem Triumph gab’s auch die große Versöhnung mit allen Flachauern und den hart arbeitenden Organisatoren und Pistenarbeitern. „Riesenlob! Ich bin im zweiten Lauf mit Nummer 27 gefahren - so eine gute Piste hab ich noch nie gehabt.“ Und auch zum Thema Schwierigkeitsgrad rückte er einiges gerade.

Manuel lag im „Dreck“
Unter der Corona-Schutzmaske hatte Feller den restlichen Tag einen Dauergrinser. So groß wie beim zweiten Platz kurz vor Weihnachten in Alta Badia, als die Freudentränen geflossen waren, war die Emotion aber nicht: „Damals lag ich im Dreck, bin sensationell aufs Podest gefahren. Jetzt hat sich der Sieg in den letzten Wochen doch abgezeichnet.“ Für die heutige Neuauflage (10.30/13.45 Uhr, live im krone.at-Ticker und auf Zattoo) kündigte Feller an: „Ich kann nicht versprechen, dass ich wieder gewinne. Aber ich weiß, dass ich auch richtig schnell bin, wenn ich nicht mein letztes Hemd riskiere.“

Alex Hofstetter, Kronen Zeitung

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