12.01.2021 06:00 |

Krise verschärft Armut

Immer mehr Wiener auf Sozialmärkte angewiesen

Das Wiener Hilfswerk betreibt zwei Sozialmärkte in Wien. Seit Beginn der Corona-Krise hat sich die Zahl der Kunden im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent erhöht. „Insgesamt versorgen wir mittlerweile 4500 Haushalte mit unserem Angebot“, berichtet Leiter Peter Kohls. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht.

Immer mehr Wiener können sich die grundlegendsten Dinge wie Lebensmittel nicht mehr leisten. Die letzte Hoffnung für finanziell in Not Geratene sind die Wiener Sozialmärkte. Zwei davon werden vom Wiener Hilfswerk betrieben. „Die Filiale in Neubau gibt es seit 2008. Im vergangenen Jahr wurde auch ein SOMA in Penzing eröffnet“, so der Leiter der Sozialmärkte, Peter Kohls.

Anmeldung ist notwendig
In den beiden Filialen erhalten die Kunden Lebensmittel und Drogeriewaren zwischen 50 und 90 Prozent günstiger als in herkömmlichen Supermärkten. Die Produkte stammen von Großhändlern, Herstellern oder Bäckereien. „Jeder kann bei uns einkaufen, dessen Einkommen 1286 Euro netto pro Monat nicht übersteigt“, erklärt Kohls. Eine vorherige Anmeldung mit Einkommensnachweis, Meldezettel und Ausweis in einem der zehn Nachbarschaftszentren des Wiener Hilfswerks ist aber nötig.

Deutlich mehr Kunden
Dass der Bedarf an günstigen Lebensmitteln steigt, hat sich vor allem Ende des Jahres 2020 gezeigt. Im Vergleich zu 2019 ist die Anzahl der Kunden des Sozialmarkts um 20 Prozent gestiegen. Unter den Klienten sind laut Kohls mittlerweile auch ehemals Selbstständige, die nun keine Arbeit mehr haben.

Viktoria Graf, Kronen Zeitung

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