Ausgangslage ist hart

Neustart nach der großen Krise in Wien

Wien
03.01.2021 06:01

Tourismus, Arbeitsmarkt, Gastronomie, Handel, Kultur: Nach der größten Krise des Jahrhunderts steht der Neustart unseres gesamten gesellschaftlichen Lebens an. Schrittweise. 2021, das Jahr der Wende auch in Wien.

Silvester 2021. Touristen flanieren über den Graben, in den Spitälern ist es ruhig. Unter dem Herzerlbaum posieren verliebte Paare. Es gibt Punsch, Glücksbringer und Fisch vom Naschmarkt. Der Wirt ums Eck deckt den Tisch, in der Hofburg fahren elegante Ballgäste vor. Wien in zwölf Monaten. Wird es so aussehen? Keiner weiß es.

Dieses Jahr steht unter dem chinesischen Sternzeichen Büffel: Die Tiere sind bekannt für Fleiß, Zuverlässigkeit und Kraft. Diese Eigenschaften können wir gebrauchen, wenn es wieder sein soll (fast) so wie früher.

Bis Ostern ist Flaute, dann werden die Gäste wohl nach und nach zurückkehren. (Bild: Vienna Press / Andreas TISCHLER)
Bis Ostern ist Flaute, dann werden die Gäste wohl nach und nach zurückkehren.

170.000 Wiener arbeitslos
Die Ausgangslage ist hart. Mehr als 170.000 Wiener sind arbeitslos bzw. in Schulung. Das AMS rechnet im ersten Quartal mit einem Anstieg um weitere 40.000. Saisonbedingt (Bauwirtschaft etc.). Der Wiener Tourismus liegt bis Ostern am Boden. Die Hoffnung ruht auf Sommer, Sonne und der Spritze. Spätestens im zweiten Halbjahr soll es laut Experten aufwärtsgehen. Im Gesundheits- und Pflegebereich entstehen in absehbarer Zeit Zehntausende Arbeitsplätze. Die Ausbildung im Bereich Heimhilfe, medizinische Assistenz und Co. beginnt für 1000 Wiener bereits jetzt. Für das heurige Jahr insgesamt erwartet das AMS einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Ähnlich ist die Lage in der Hotellerie samt Umfeld. Ab Sommer würden die Gäste schrittweise zurückkehren, meint Tourismus-Chef Norbert Kettner. Kein Ansturm. Eher ein zartes Pflänzchen, das gehegt werden muss, damit es später Früchte trägt. Jede fünfte Herberge dürfte die Ausfälle jedoch nicht überleben. Große Kongresse finden noch länger keine statt. Aber wir werden wieder ins Theater und Kino gehen, Bars aufsuchen und im Fitnessstudio schwitzen.

Tourismus-Chef Norbert Kettner (Bild: Tomschi Peter)
Tourismus-Chef Norbert Kettner

Pleitewelle steht an
Nicht alle Betriebe werden noch da sein. Selbst große Namen nicht. Eine Pleitewelle steht an, etwa in der Gastronomie. Das ist bitter für die Mitarbeiter, schafft zugleich Platz für Neues. Stadt und Bund haben Hilfspakete geschnürt und sich an Traditionsfirmen beteiligt. Die Chance auf Neubeginn. Vor allem besteht berechtigte Aussicht auf den wichtigsten Satz 2021: „Die Pandemie ist aus!“

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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