01.01.2021 08:00 |

In Osttirol

Lawine nicht gemeldet: teure Suchaktion

Einem Schneebrett unverletzt entkommen sind am Mittwoch zwei Tourengeher in Osttirol. Weil sie nach dem Lawinenabgang keine Meldung bei der Polizei machten, begann eine teure Suchaktion mit dem Notarzthubschrauber. „Leider kein Einzelfall“, sagt Erwin Mariacher, Leiter der Alpinpolizei in Osttirol.

Eine Bergführerin (41) hatte während einer Skitour auf die Schönbergspitze (2640) in Schlaiten eine abgegangene Lawine mit zwei Einfahrtsspuren bemerkt. Unterhalb fuhren zwei Tourengeher talwärts. Sie schlug Alarm, der Notarzthubschrauber startete mit der Bergführerin an Bord einen Suchflug, die Bergrettung stand in Alarmbereitschaft.

Zum Glück stellte sich heraus, dass aus dem Schneebrett auch zwei Spuren herausführten, Signale eines LVS-Geräts wurden nicht geortet – Einsatz beendet. Die Skitourengeher, die die Lawine verursachten, ließen sich nicht ausfindig machen.

Appell der Polizei
„Es passiert immer wieder, dass Tourengeher bzw. Freerider Lawinen auslösen, nicht verschüttet oder von Kameraden rasch ausgegraben werden, den Vorfall jedoch nicht melden“, sagt Alpinpolizist Erwin Mariacher. „Dadurch entstehen unnötige, hohe Kosten. Außerdem sind Hubschrauber und Bergretter blockiert“, bedauert er. Mariacher appelliert an die Sportler, solche Vorfälle sofort bei der Polizei zu melden.

Dabei denkt er besonders an die Freerider. Sie lösen leicht einmal einen „Rutscher“ aus. In den sozialen Medien kursiert derzeit ein Foto, wie im Bereich des Hochgasser Personen aus einem Schneebrett ausgegraben werden. Der Unfall wurde nie gemeldet.

Gegen italienische Verhältnisse
Tirols Bergrettungschef Hermann Spiegl fürchtet unterdessen Verhältnisse wie in Italien. „Dort haut jeder nach einem glimpflich ausgegangenen Lawinenunglück ab“, weiß Spiegl. Der Grund liegt auf der Hand: Wer eine Lawine auslöst, gilt als Beschuldigter und erhält Post vom Staatsanwalt. „Das wollen wir nicht!“

Den unbekannten Tourengehern von der Schönbergsspitze drohen laut Erwin Mariacher übrigens keine rechtlichen Konsequenzen

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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