05.12.2020 20:00 |

Kultur im Lockdown

Bernhard Lang: Zeit, Verantwortung zu übernehmen

Der Schauspieler, Musiker und Regisseur Bernhard James Lang betrachtet Corona als Anlass, aber nicht als Ursache, einiges in seinem Leben zu überdenken. Das „Schaffen“ aufs Abstellgleis zu schicken wäre somit keine Option. Ohne geistige und handwerkliche Verknüpfung würde ein Teil von ihm verloren gehen.

Der in Völs aufgewachsene und jetzt in Volders beheimatete vielschichtige Bühnenmensch Bernhard James Lang studierte Philosophie und Logotherapie. Sein Medizin-Studium wurde wegen der schon damals zahlreichen Bühnenauftritte bewusst abgebrochen, um dem Drang, künstlerisch tätig zu sein, mehr Raum geben zu können. In seinen jungen Jahren wurde er in seiner damaligen Pfarrkirche für das Musical „Jesus Christ Superstar“ als Jesus angefragt.

Somit war die Lunte angezündet und es folgte ein Engagement nach dem anderen. Es blieb aber nicht „nur“ bei der Schauspielerei und dem Gesang. Heute ist das Malen ein weiterer wichtiger Baustein seines Schaffens, der ihm die Möglichkeit gibt, Theorie und Praxis zu verbinden.

Religion als wichtiger Pfeiler
„Ich nehme aus allen Bereichen Erfahrungen mit, die sich im Laufe der Zeit gegenseitig befruchten. Ich denke, dass meine Persönlichkeit dadurch verdichtet wurde. Früher waren es oft leere Skizzen, die sich erst heute zu einem Gemälde entwickeln. Auf das Knochengerüst kommt jetzt erst das lebendige Fleisch.“

Die Religion ist ein weiterer wichtiger Pfeiler des Familienvaters. „Das Gute in der Kirche gehört bewahrt. Ich habe nicht vor, das sinkende Schiff zu verlassen“. Eine Verflechtung von Kunst und Religion zeigt sich in der geplanten Vernissage „Götzendämmerung“. Der innere Drang zu analysieren und gesellschaftskritische Fragen zu stellen, wie: „Welche Götzen haben wir in unserer heutigen Zeit?“, ist der Antrieb für dieses Vorhaben.

„Du musst dich neu erfinden“
Durch den radikalen Druck in Corona-Zeiten musste die Arbeit daran aber ein wenig hintangestellt werden. Man spürt im Gespräch eine Art Euphorie über die neu gewonnene Freiheit, die Schöpferkraft in neuer Intensität ausleben zu können. Zeit und Muße bleiben allerdings weniger.

Es gilt für seine fünfköpfige Familie auch in bürgerlicher Hinsicht Verantwortung zu übernehmen. Aber: „Was willst du mit einem Beruf, der in der Form unter den neuen Bedingungen vielleicht gar nicht mehr existiert? Du musst dich neu erfinden!“

Den Satz „Aus der Situation das Beste machen“ ändert er für sich zu „Aus der Situation etwas Besseres machen“. Das ideenreiche Schaffen aufs Abstellgleis zu schicken wäre somit keine Option. Ohne die geistige und handwerkliche Verschränkung würde ein wichtiger Teil im Leben verloren gehen.

Simon Kräutler, Kronen Zeitung

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