12.11.2020 08:54 |

Antikörper, T-Zellen

Ischgler werden erneut auf Immunantwort getestet

Etwa 80 Prozent der Ischgler Bevölkerung sind im April auf Coronavirus-Antikörper getestet worden. Nun stehen neuerliche Testungen auf ihre Immunantwort an - so soll geklärt werden, wie hoch der Anteil der Antikörper nach sechs Monaten ist. Die Immunantwort wird diesmal auch anhand einer T-Zellen-Analyse getestet. Überdies startet ab Donnerstag erneut eine Dunkelzifferstudie, um herauszufinden, wie viele Menschen in Österreich ohne ihr Wissen mit dem Virus infiziert sind.

Im April wiesen 42,4 Prozent der Ischgler Bevölkerung Antikörper auf. Die Basisstudie zeigte, dass „ein erstaunlicher Prozentsatz Antikörper aufwies, und es parallel dazu kaum Neuinfektionen gab“, so Dorothee von Laer, Virologin an der Medizinischen Universität Innsbruck, im APA-Interview. Der Anteil der positiv auf Antikörper Getesteten lag damit etwa sechsmal höher, als die Zahl der zuvor mittels PCR-Test positiv getesteten Personen, hatte die Studienleiterin im Juni erklärt. 85 Prozent hätten die Infektion unbemerkt durchgemacht.

Wie lange hält Immunität an?
Für die aktuelle Studie wurden alle Bewohner von Ischgl über 18 Jahre eingeladen. „Beim ersten Mal wurden rund 1400 Personen getestet. Dieses Mal sind Kinder nicht eingeschlossen, wir haben 900 freiwillige Teilnehmer rekrutiert“, so die Virologin. Sie zeigte sich vom regen Interesse und der Unterstützung der Ischgler beeindruckt: „Es ist toll, wie sich der Ort beteiligt, so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Die Studie werde „einen entscheidenden Beitrag zur Frage leisten, wie lange eine Immunität anhält“, meinte von Laer.

Test auf „Killerzellen“
Getestet wird bei den Teilnehmern auch diesmal die Immunantwort. Wie bei der Basisstudie werden in der aktuellen Studie zwei verschiedene serologische Tests zum Nachweis von SARS-CoV-2-spezifischen Antikörpern verwendet.
Zusätzlich wird die zelluläre Immunantwort in Betracht gezogen. Hierbei wird, so erklärte von Laer, „den Zellen das Covid-19-Virus gezeigt und dann kontrolliert, ob sie dadurch stimuliert, also aktiver, werden“. T-Zellen bezeichnet von Laer auch als „Killerzellen“, denn sie „spüren Virus-infizierte Zellen auf und räumen diese ab“.

Ergebnisse Anfang 2021 erwartet
Zelluläre Immunabwehr könnte eine Erklärung dafür sein, dass manche Menschen nicht an Covid-19 erkranken, obwohl sie Kontakt mit positiv Getesteten gehabt hätten, erklärte sie. Zudem sei auch denkbar, dass eine Immunität besteht, auch wenn keine Antikörper mehr vorhanden sind.
Zusätzlich zum Bluttest werden dieses Mal die Teilnehmer dazu angehalten, einen ausführlichen Fragebogen zu ihrer gesundheitlichen und psychischen aber auch sozioökonomischen Situation zu beantworten. Die Studie ist auf zwei Monate anberaumt, erste Ergebnisse seien Anfang des nächsten Jahres zu erwarten, sagte von Laer.

Dunkelzifferstudie in Österreich startet
Ab Donnerstag startet zudem eine Dunkelzifferstudie mit 2500 zufällig ausgewählten Österreichern ab 16 Jahren. Diese haben von 12. bis 14. November die Möglichkeit, an dem mehrstufigen Verfahren teilzunehmen. Dabei wird ein PCR-Abstrich, ein Antikörper-Schnelltest sowie eine Blutentnahme zur Antikörpertestung im Labor durchgeführt. Die Testpersonen werden persönlich über ihr Ergebnis informiert, relevante Gesamtergebnisse sollen der Öffentlichkeit im Dezember vorgestellt werden.

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