09.11.2020 15:01 |

Premiere in Österreich

Elektrischer Wingsuit von BMW fliegt mit 300 km/h

Was ist besser, als durch die Lüfte zu gleiten? Richtig: zu fliegen. Das dachte sich offenbar auch der 33-jährige Wingsuit-Profi Peter Salzmann aus Saalfelden und entwickelte zusammen mit BMW den weltweit ersten elektrisch angetriebenen Wingsuit. In bzw. über den österreichischen Alpen feierte dieser jetzt seine Premiere.

Von der Idee eines Wingsuit-Flugs mit elektrischem Extra-Boost bis zum Jungfernflug in Alpen vergingen rund drei Jahre, in denen der Luftsport-Pionier Peter Salzmann und seine Partner bei BMW gemeinsam an den Details von Anzug und Antrieb arbeiteten. Auslöser für das Projekt war Salzmanns Bestreben, den Wingsuit-Sport auf ein neues Level zu heben. Das Ziel: einen elektrischen Antrieb zu konstruieren, der die Leistung des Wingsuits steigert, um einen besseren konstanten Gleitflug zu erreichen und so längere Distanzen zurücklegen zu können.

Bis zu 300 km/h schnell
Herausgekommen ist ein laut BMW „extrem leistungsstarkes, gleichzeitig kompaktes und leichtes Antriebs- und Energiespeicher-Package für ein einzigartiges Flugerlebnis“. Zwei ummantelte Carbon-Propeller, die sogenannten Impeller, mit einer Leistung von jeweils 7,5 kW, einer Drehzahl von rund 25.000 Umdrehungen pro Minute und einer für etwa fünf Minuten abrufbaren Gesamtleistung von 15 kW bilden demnach die Fly Unit des sogenannten Electrified Wingsuit by BMW i.

Beim Aktivieren, beschreibt Salzmann, erfährt der Pilot eine unmittelbare Beschleunigung und kann mit Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h fliegen. Zum Vergleich: Mit jedem Meter Sinkflug lassen sich bei einem gewöhnlichen Wingsuit ohne Antrieb bis zu drei Meter Horizontalflug erzielen. Dabei erreichen Wingsuit-Flieger Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h.

Über den Gipfel statt drumherum
Für den Premierenflug mit dem Electrified Wingsuit ließ sich Salzmann gemeinsam mit zwei weiteren Wingsuit-Piloten per Helikopter über die Berggipfel seiner österreichischen Heimat befördern. Unmittelbar nach dem Absprung aus einer Höhe von 3000 Metern flogen alle drei im Formationsflug in Richtung eines Bergmassives. Salzmann beschleunigte mithilfe des elektrischen Antriebs stärker als seine Begleiter und konnte dann im Steigflug über den Gipfel hinaus fliegen, um dann nach einer weiten Kurve wieder auf die beiden anderen Piloten zu treffen, welche im Gleitflug um den Berg herumgeflogen waren. Anschließend öffneten die drei Wingsuit-Piloten ihre Fallschirme und landeten am vereinbarten Ziel.

Nach dem erfolgreichen Auftakt wollen Salzmann und die Experten von BMW ihre Entwicklungsarbeit am elektrisch angetriebenen Wingsuit nun weiter fortsetzen. Salzmann ist laut einer Mitteilung des Autobauers „fest davon überzeugt, dass dem elektrischen Antrieb nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Luft die Zukunft gehört.“

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