05.10.2020 05:55 |

Designt, kocht, tanzt

Silvia Schneider: Die souveräne Alleskönnerin

An Silvia Schneider (38) kommt derzeit niemand vorbei. Die Schauspielerin und studierte Juristin kocht im ORF, schreibt Magazine & Bücher, sammelt Punkte auf dem „Dancing Stars“-Parkett, designt Mode. Soeben hat sie ihre vierte Kollektion auf den Markt gebracht. Alles anziehend schön.

„Mit Königinnen der Unterwelt ist nicht zu spaßen! Versuchst du, mich über den Tisch zu ziehen? Du hast dir die Falsche ausgesucht. Schaust du mich schief an? Gleich knallt’s.“ Was sich wie ein Dialog aus einem Gangsterroman anhört, ist nichts anderes als der Beipacktext zu einem Kleidungsstück mit dem klingenden Namen „Don’t bullshit me Trousers“ – einem neuen Stück Stoff aus den brandaktuellen Entwürfen „The Black Collection“. Designt von Silvia Schneider.

Am Montag präsentiert die „Ideengeberin“, wie sie sich voller Understatement gerne nennt, ihre mittlerweile vierte Modekollektion. Bei der Show, die beim Juwelier Bucherer in der Wiener City steigt, sind freilich nur handverlesene Gäste zugelassen. Nicht nur wegen Corona – es ist dem Motto geschuldet. Dreht sich doch alles um elegante Diebinnen, Geheimagentinnen, Kleinkriminelle, die nicht nur Diamanten lieben, sondern bei ihren Aufträgen herausgeputzt im kleinen, mittleren oder großen Schwarzen punkten wollen.

So will es die Inszenierung hinter dem, diesmal durch und durch schwarzen, Schneider-Sortiment. Immer stilvoll, lasziv elegant, mit klassischen Silhouetten. „Für ALLE Frauen, die Lust haben auf das bestimmte Etwas“, erklärt die Designerin, „deshalb gibt es meine Mode auch bis Größe 58.“

Silvia Schneider hat also viel zu tun. Sehr viel sogar. Denn Mode ist nicht das Einzige, womit man dieses anmutige blonde Wesen in Verbindung bringt. Die 38-Jährige gilt als omnipräsent, gerade jetzt im Herbst, ihrer Lieblingsjahreszeit. Im „Krone“-Gespräch entschuldigt sie sich fast dafür, dass man sie derzeit überall sieht. Aber das hat sich so ergeben.

Da wäre einmal die neue Herd-Sendung „Silvia kocht“, immer werktags in ORF 2. Frau Schneider trifft in diesem Format nicht nur auf interessante Köche, sie besucht auch regionale Lebensmittel-Veredler und Restaurants, sie reist also quer durchs Land. Ihre eigene Firma, die Silvia Schneider Ges.m.H., firmiert als Produzentin. „Kochen hat mich immer schon interessiert, ich durfte oft in der Küche zu Hause mithelfen. Heute esse ich eigentlich alles, es darf ruhig auch deftig sein.“

Silvia hat Talent fürs Scheinwerferlicht 
Da ist es doch nur naheliegend, dass rechtzeitig vor Weihnachten noch ein Kochbuch zu ihrem TV-Einsatz erscheint. Zwischen Töpfen und Pfannen taucht die gebürtige Linzerin ebenso beim deutschen Sender Sky auf. Dort ist sie Teil der montäglichen Promistaffel „MasterChef Celebrity“, Schneider muss sich gegen Kollegen wie Jimi Blue Ochsenknecht oder Hardy Krüger jun. behaupten. Dem Gewinner winkt eine Prämie von 25.000 Euro, die allerdings nicht in die eigene Kasse rinnt, sondern einer wohltätigen Organisation gespendet wird.

Selbst bei diesen Auftritten merkt man: Silvia hat Talent fürs Scheinwerferlicht, sie wirkt bodenständig, nie gekünstelt, sie lacht viel und gerne, Tugenden wie Disziplin, Ehrgeiz, Pünktlichkeit kommen ihr zugute. Das Wort Stress würde man nie aus ihrem stets mit knalligem Lippenstift bemalten Mund hören. „Ich habe einfach Spaß bei der Arbeit, ich weiß, dass ich damit in einer glücklichen Situation bin, dafür bin ich sehr dankbar. Jede Familie mit Kindern hat mehr um die Ohren als ich.“

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Nichts macht mich glücklicher, als tanzen zu dürfen.

Silvia Schneider

Dennoch befindet sie sich derzeit in einer Ausnahmesituation, jedoch in einer, die sie schon seit Kindestagen herbeigesehnt hat: Kandidatin bei „Dancing Stars“ zu sein. Diesem Vollkörpereinsatz frönt sie an der Seite des Tanz-Profis Danilo Campisi. Dem täglichen Training gilt ihre ganze Energie: „Es ist eine Mischung aus Masochismus und Glücksgefühl, ja, wir sind sehr gefordert“, erklärt die 1,63 Meter große Blondine, und setzt gleich noch nach: „Nichts macht einen glücklicher, als tanzen zu dürfen.“ Schon allein deshalb hofft sie, möglichst lange in der Wertung bleiben zu können.

Das Parkett war schon im Teenie-Alter ihre Leidenschaft, sie trat als Turniertänzerin an, musste das aber wegen der Schule irgendwann aufgeben. Etwas nicht zu Ende zu bringen, passt irgendwie gar nicht in ihre Vita. Die Tochter einer Zahnärztin und eines Uni-Professors absolvierte nach ihrer Matura eine Schauspielausbildung in Hamburg. Dann schloss sie ein Studium in Jus ab, ehe sie im Jahr 2005 beim oberösterreichischen Privatsender LT 1 ihre TV-Karriere startete und 2011 bei PULS 4 landete.

Bei einem Interview lernte sie 2013 den Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier kennen und lieben. Diese Beziehung – sie währte bis 2019 – brachte Silvia Schneider noch einen zusätzlichen Bekanntheitsturbo ein. Den sie aber gar nicht mehr brauchte, denn die intelligente Alleskönnerin machte da schon längst ihr eigenes Ding. Silvia nur als Hausfrau - das konnte sich ohnehin nie jemand vorstellen.

Karin Schnegdar, Kronen Zeitung

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