02.10.2020 05:00 |

Lustkiller

Wenn durch Schmerzen der Sex zur Qual wird ...

10 bis 20 Prozent aller Frauen leiden unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, der sogenannten Dyspareunie. Das ist für Paare eine echte Belastungsprobe - wenn das Leiden nicht erkannt und behandelt wird.

Können Sie Intimität lustvoll genießen, oder verspüren Sie wiederkehrende Schmerzen beim Sex? Betroffen von der sogenannten Dyspareunie sind Frauen und Männer aller Altersstufen. Doch bei „ihm“ tritt sie äußerst selten auf. „Brennend, stechend oder krampfartig, als leichte Missempfindungen genauso wie als sehr starke Schmerzen, so werden die Beschwerden beschrieben“, erklärt OÄ Dr. Viktoria Nader, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe im Klinikum Rohrbach (OÖ).

Die Ursachen können sowohl körperliche als auch seelische sein und müssen genau abgeklärt werden. Um eine geeignete Behandlungsmethode zu finden, ist es unbedingt notwendig, dass Betroffene ihr Problem beim Haus- oder Frauenarzt offen ansprechen. Oft stellt sich heraus, dass Infektionen oder Entzündungen etwa in der Scheide dahinterstecken. Zwar können Lokaltherapien wie Salben und Cremes bei Pilzinfektionen und Genitalherpes Abhilfe schaffen, häufig kehrt die Infektion aber zurück. Oder die Schmerzen sind Folgen von während einer Geburt entstandenen Verletzungen bzw. von Operationen, etwa durch Narbenbildungen nach einer Geburt mit Dammriss, -schnitt oder Verwachsungen. Ebenso können Fehlbildungen und Tumoren ursächlich sein.

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Was vielen im Umgang mit den Beschwerden schon sehr hilft, ist, wenn die Partnerin und der Partner miteinander reden und aufeinander Rücksicht nehmen.

OÄ Dr. Viktoria Nader, Fachärztin für Gynäkologie & Geburtshilfe im Klinikum Rohrbach (OÖ)

Auch trockene Scheide durch hormonelle Umstellung in und nach den Wechseljahren kann zu einer Dyspareunie führen. Häufig wird ein Mangel an Östrogen diagnostiziert. Dadurch wird die an Östrogenrezeptoren reiche Haut in der Scheide deutlich dünner, reißt leichter ein und schmerzt. Verwenden Frauen chemische Verhütungsmittel, kommen diese ebenfalls als Ursache in Frage. Zusätzlich sind auch psychologische und soziale Belastungen wie Stress und Erschöpfung mitunter Auslöser. „Geduld, Offenheit, das Wissen um die Erkrankung und darum, dass sie behandelt werden kann, sind wichtige Schritte hin zu einer langfristig schmerzfreien und lustvollen Partnerschaft“, betont die Expertin.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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