28.09.2020 13:36 |

Nun Bayern im Gespräch

Salzstock Gorleben wird kein Atommüll-Endlager

Nach jahrzehntelangen heftigen Konflikten ist seit Montag klar, dass im deutschen Gorleben doch kein Endlager für hochradioaktiven Atommüll gebaut wird. Der Salzstock Gorleben findet sich wegen Instabilität nicht auf der Liste der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), wie aus dem von ihr veröffentlichten Zwischenbericht hervorgeht. Auf der Suche nach einem neuen Endlager kommt nun Bayern ins Gespräch.

Der Salzstock im Norden Niedersachsens war bereits seit Jahrzehnten als Atommüll-Endlager im Gespräch. Die diesbezüglichen Erkundungen wurden bereits Ende der 1970er-Jahre begonnen. Zudem existiert in Gorleben seit 1995 ein Atommüll-Zwischenlager. Transporte dorthin aus französischen Atommeilern riefen in den vergangenen Jahren immer wieder Proteste und Blockaden von Umweltaktivisten hervor.

Dagegen kommt Bayern in die Diskussion, wo das Granitgestein grundsätzlich als geeignet für ein unterirdisches Atommüll-Lager genannt wird. Die BGE hat allein aufgrund der geologischen Bedingungen rund 90 mögliche Standorte in Ton-, Salz- und kristallinen Gesteinsformationen wie Granit aufgelistet.

Standort-Entscheidung soll bis 2031 fallen
Andere Kriterien wie Besiedlung oder Bebauung spielten in diesem ersten Schritt noch keine Rolle. In weiteren Phasen wird die Auswahl in den nächsten Jahren weiter eingeschränkt, sodass bis 2031 eine Entscheidung für einen Standort fallen soll. 2050 soll es dann in Betrieb gehen.

Die BGE hat neben Bayern andere Salzstöcke in Niedersachsen wie auch Gebiete in Baden-Württemberg sowie große Teile Ostdeutschlands auf der Liste. Das Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Teile des Ruhrgebiets finden sich dagegen nicht darauf. Das Ruhrgebiet scheidet wegen der zahlreichen alten Bergwerke aus, die das Gebiet geologisch unsicher machen.

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