21.07.2020 09:07 |

Sohn getötet

Schüsse auf US-Richterin: Anwalt verdächtigt

Nach dem tödlichen Schusswaffenangriff auf die Familie einer US-Bundesrichterin wird ein Anwalt der Tat verdächtigt. Der Leichnam des mutmaßlichen Schützen wurde am Montag im Bundesstaat New York gefunden, wie die US-Bundesanwaltschaft mitteilte. Laut Medienberichten soll sich der Jurist Roy Den Hollander selbst erschossen haben.

Bei dem Angriff am Sonntag war der 20-jährige Sohn von Richterin Esther Salas getötet worden. Ihr Mann wurde schwer verletzt. Salas selbst blieb offenbar unversehrt. Nach Informationen von US-Medien war der Angreifer als Paketbote verkleidet zu Salas‘ Haus in North Brunswick im Bundesstaat New Jersey gekommen.

Anwalt beschrieb sich als „Anti-Feminist“
Der tatverdächtige Anwalt hatte sich selbst als Kämpfer gegen den Feminismus bezeichnet. US-Medien zufolge lancierte er in den vergangenen Jahren diverse Klagen, die sich gegen Frauenbelange richteten. So verklagte er laut „New York Times“ Nachtclubs, weil sie Rabatte für Frauen anboten, und die Columbia University wegen ihrer Kurse in Frauenstudien. Auf seiner Website rief Hollander Männer dazu auf, „für ihre Rechte zu kämpfen, bevor sie keine mehr haben“.

Vorsitz in Prozess gegen Deutsche Bank
Salas sitzt derzeit einem Verfahren vor, in dem eine Sammelklage von Investoren gegen die Deutsche Bank verhandelt wird. Die Kläger werfen der Bank vor, Finanzaktivitäten von Hochrisiko-Kunden nicht ausreichend überwacht zu haben - darunter auch jene des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, der sich nach offiziellen Angaben vergangenes Jahr in einem New Yorker Gefängnis das Leben nahm.

Erste Bundesrichterin mit lateinamerikanischen Wurzeln
Die 51-jährige Salas hatte das Amt als Richterin am Bundesgericht von New Jersey nach ihrer Nominierung durch den damaligen Präsidenten Barack Obama 2010 übernommen. Sie wurde damit zur ersten Bundesrichterin mit lateinamerikanischen Wurzeln in den USA.

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