05.06.2020 19:13 |

Atomwächter alarmiert

Iran hortet heimlich achtmal mehr Uran als erlaubt

Die Atombehörde IAEA mit Sitz in Wien schlägt Alarm: Der Iran verweigert Kontrolleuren der Institution den Zutritt zu Orten, an denen Nuklearforschung und Entwicklung betrieben werde. Und das wohl aus gutem Grund: Die Behörde geht davon aus, dass die Islamische Republik verschleiern möchte, dass sie in den vergangenen Monaten seine Uranvorräte ums Achtfache dessen, was nach Vereinbarungen erlaubt sei, aufgestockt hatte.

Am Freitag veröffentlichte die Behörde einen dementsprechenden Bericht. Zwar erklärte sich der Iran zur Zusammenarbeit mit der IAEA bereit, wolle aber vorher „rechtliche Fragen klären“. Schätzungen zufolge soll der Staat mittlerweile im Besitz von 1,5 Tonnen angereichertem Uran sein, so IAEA-Chef Rafael Grossi. Zulässig wären allerdings nur etwas mehr als 200 Kilogramm.

Dass der Iran den Kontrolleuren außerdem den Zutritt zu Anlagen im Rahmen ihrer Überprüfungsmission verweigere, sei Anlass „ernsthafter Sorge“. Die Inspektoren bemühten sich demnach vier Monate lang vergeblich um Zugang. Es handelt sich um zwei von insgesamt drei Anlagen, welche die IAEA auf eine mögliche frühere Existenz von Material und nicht deklarierte Atomaktivitäten überprüfen will, die nichts mit dem aktuellen Programm Teherans zu tun haben.

Im Jahr 2015 hatte man mit einem Atomabkommen den Iran daran hindern wollen, eine Atombombe zu bauen. Nachdem die USA im Jahr 2018 aus der Vereinbarung ausgestiegen waren, gab schließlich auch die Islamische Republik bekannt, sich nicht mehr an alle Auflagen des Abkommens halten zu wollen. Die EU scheiterte an ihrem Versprechen, die wirtschaftlichen Folgen der US-Strafmaßnahmen aufzufangen.

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