04.06.2020 10:35 |

„Ein Missverständnis“

Minderwertige Schutzmasken? Sportklinik im Visier

Der Verdacht wiegt schwer: Die Tiroler Sportklinik Medalp ist mit dem Vorwurf konfrontiert, schadhafte und nicht ausreichend zertifizierte FFP2-Schutzmasken verkauft zu haben. Den Stein ins Rollen gebracht hat der Ötztaler Blogger Markus Wilhelm.  Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft prüft nun, ob ein Anfangsverdacht vorliegt, hieß es gegenüber der „Krone“. Vonseiten der betroffenen Klinik wird betont, dass alles nur ein Missverständnis sei. Außerdem spricht man von falschen Behauptungen.

Wie das ORF-Radio Donnerstagfrüh berichtete, spricht Medalp von einer neuerlichen Prüfung der Masken. Alois Schranz, Ärztlicher Leiter der Medalp, räumte im Interview ein, dass Masken tatsächlich nicht FFP2-zertifiziert waren. „Unsere Absicht und unser Bestreben war, FFP2-Masken zu liefern, das ist keine Frage. Jetzt hat aber die Überprüfung gezeigt, dass ein paar Masken unter dieser geforderten Norm gewesen sind, weshalb alle Masken dann auf FFP1-Standard gesetzt wurden.“

Sportklinik kontert Vorwurf
Seitens der Medalp hieß es zudem, dass man es nicht akzeptieren werde, „dass einzelne Online-Plattformen mit Falschaussagen und dem Wiedergeben von Gerüchten das Unternehmen und das Team diskreditieren. Zum Vorwurf, die Medalp Gruppe hätte minderwertige Schutzmasken verkauft, hat das Unternehmen - auch gegenüber dem betreffenden Online-Medium - klar festgehalten, dass zu jeder Zeit seriös und transparent informiert bzw. agiert wurde“.

„Masken zeigten bei Testung gewisse Streuung“
Weiters betonte Schranz gegenüber "Krone": „Speziell in der ersten Phase der Corona-Pandemie und des österreichweiten Shutdowns war die Verfügbarkeit geeigneter Mund-Nasenschutz-Masken nicht gegeben. In der Verantwortung für die sichere Weiterführung unserer Gesundheitseinrichtungen mussten wir schnell handeln und haben es geschafft, ein größeres Kontingent geeigneter Schutzmasken asiatischer Fabrikation anzukaufen. Nach einer Prüfung wurden diese Produkte analog den Richtlinien des Robert Koch Instituts bei der Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt. Die KN95 Masken zeigten in der Testung eine gewisse Streuung in der Filterleistung von FFP1 bis FFP3.“

Nichts verheimlicht
Nach Medienberichten, wonach der niedergelassene Bereich keinerlei Schutzmasken zur Verfügung hatte, „wollten wir helfen und haben Tausende Schutzmasken kostenlos an umliegende Ärzte, Mitarbeiter von Gesundheitsberufen und Altersheime verteilt. Es folgten zahlreiche Anfragen für eine Kaufmöglichkeit größerer Mengen. Auch diesem Wunsch sind wir nachgekommen, haben jedoch immer deutlich auf die Herkunft der Schutzmasken, deren Testung und deren Streuung in der Filterleistung hingewiesen“, heißt es weiter.

Staatsanwaltschaft prüft Anfangsverdacht
Laut Schranz sei es ein Missverständnis gewesen und alles sei nicht in böser Absicht passiert. Die brisanten Anschuldigungen waren auf der Internetseite des Ötztaler Bloggers Markus Wilhelm veröffentlicht worden. Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft erklärte auf „Krone“-Anfrage Donnerstagvormittag: „Es wurde von uns bislang noch kein Ermittlungsverfahren aufgenommen. Es gibt nur den Blog-Eintrag und keine Anzeige. Wir prüfen aber aufgrund des Blogeintrages, ob ein Anfangsverdacht vorliegt.“

 Tiroler Krone
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