24.04.2020 08:41 |

Schlechtes Gewissen

Hacker gibt Beute von 23 Millionen Euro zurück

Happy End für die Anleger einer Kryptowährungs-Börse: Sie waren am vergangenen Wochenende von einem Hacker um digitales Geld im Wert von umgerechnet 23 Millionen gebracht worden. Doch der Angreifer zeigte Herz und überwies nach Appellen der Betroffenen inzwischen das gesamte Geld zurück.

Lendf.me, einem chinesischen Handelsplatz für Kryptowährungen, waren laut einem Bericht des „Spiegel“ am Wochenende Krypto-Einlagen im Wert von umgerechnet rund 23 Millionen Euro gestohlen worden. Der Hacker hätte eine bereits seit Längerem bekannte Schwachstelle ausgenutzt, entschuldigte sich der Chef des hinter Lendf.me stehenden Kryptowährungsnetzwerks dForce, Mindao Yang.

Der Angreifer konnte dieses demnach so manipulieren, dass sich Beträge mehrfach abbuchen ließen, ohne in der offiziellen Bilanz aufzuscheinen. „Dieser Angriff war mein Fehler. Ich möchte mich von ganzem Herzen bei unseren Nutzern, unseren Investoren und meinem Team entschuldigen“, erklärte Yang.

99,95 Prozent der Einlagen gestohlen
Das Schicksal der Plattform schien damit besiegelt. Dem Bericht nach waren 99,95 Prozent der Einlagen bei dem Angriff gestohlen worden. So leicht aufgeben wollten Yang und sein Team dann aber offenbar doch nicht. Über die Blockchain der Kryptowährung Ethereum schrieben sie an den Hacker: „Melde dich bei uns. Für deine Zukunft wäre das besser.“ Die Nachricht hängten sie laut „Spiegel“ einer Transaktion an, die sie dem Hacker schickten - in einem mit dem Verwendungszweck einer Banküberweisung vergleichbarem Feld.

Geschädigte appellierten an Gewissen
Als mehrere Nutzer davon Wind bekamen, mischten sie sich ebenfalls per Transaktionsbotschaft ein und appellierten an das Gewissen des Angreifers. „Das Virus macht uns allen das Leben schwer. Ohne diese Einlagen verliere ich meine Frau und meine Kinder. Bitte gib das Geld zurück“, wird ein Nutzer zitiert, der laut einem via Twitter veröffentlichten Screenshot 240.000 US-Dollar durch den Angriff verlor.

Angreifer überwies Geld zurück
Ob es an Appellen wie diesem lag oder daran, dass der Hacker für mehrere Transaktionen die gleiche chinesische IP-Adresse verwendete und daher fürchtete, erwischt zu werden, ist nicht bekannt - nach und nach begann er jedoch, die gestohlenen Millionen zurück zu überweisen.

„Unerfahrener Hacker“
„Er scheint ein guter Programmierer zu sein, aber ein unerfahrener Hacker“, kommentierte dem Bericht nach der Betreiber einer anderen Tauschbörse, die von dem Hacker genutzt worden war. Über dessen Identität ist bislang nichts bekannt, die Polizei von Singapur hat Ermittlungen aufgenommen.

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