22.04.2020 06:00 |

Gestaffelt in Schule

12 Tische pro Klasse, Maskenpflicht auf den Gängen

Ab Mai verlagert sich der Unterricht schrittweise in die Klassen. Nach den Maturanten kommen Schüler der vierten und achten Stufe dran. Pro Raum soll es nur zwölf Tische geben, auf den Gängen gilt Maskenpflicht.

Viele Eltern, aber auch Schüler werden aufatmen - der Unterricht in den Klassen nimmt langsam, aber sicher wieder Fahrt auf. Den Anfang machen die Maturanten, die bereits am 4. Mai starten. Ab 15. Mai sollen dann die anderen Kinder und Jugendlichen folgen - aber natürlich nicht alle gemeinsam.

Zahlreiche Staffelungen
Es liegt nun ein Konzept mit zahlreichen Staffelungen vor. Nach den Maturanten kommen die Schüler der vierten und achten Stufe dran, also jene, die nach dem Sommer in eine andere Schulform übertreten. Bis Juni sollen schließlich alle den Heimunterricht hinter sich gelassen haben.

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Hygiene-Plan für Matura
Für die Matura, die am 25. Mai startet, wurde ein genauer Hygiene-Plan entwickelt. Dieser dient auch als Vorbild für den - alles andere als normalen - Unterricht der anderen Schüler. Wer die Schule betritt, muss sich zuerst einmal die Hände desinfizieren oder waschen.

Damit es vor den Waschbecken und am Weg dorthin zu keinen Staus kommt, wird es verschiedene Beginnzeiten für die unterschiedlichen Klassen geben. Es sollen sich möglichst keine größeren Gruppen begegnen. Auf den Gängen herrscht für Schüler und Lehrer Maskenpflicht, erst in der Klasse darf der Mund-Nasen-Schutz abgenommen werden.

Zwei Gruppen in verschiedenen Räumen
Das oberste Gebot lautet Abstand. So sollen in den Räumen nur noch zwölf Tische stehen, die Schüler sollen mindestens einen Meter voneinander entfernt sitzen. Geht sich das nicht aus, müssen zwei Gruppen gebildet werden. Der Unterricht findet in zwei verschiedenen Klassenzimmern statt. Prüfungen wie Unterricht sollen überhaupt weitläufig auf alle nutzbaren Gebäudebereiche ausgedehnt werden. Generell soll es zu so wenig persönlichen Begegnungen wie nötig kommen. Außerdem muss ein präziser Sitzplan erstellt werden, um zu dokumentieren, welche Person sich an welcher Position in welchem Raum aufgehalten hat.

Dazu kommt, dass alle Räumlichkeiten, in denen sich Schüler, Lehrer oder Verwaltungspersonal aufhalten, täglich und „gründlich“ zu reinigen sind. Gleiches gilt für Tischflächen. Schon jetzt ist klar: Bei der Notengebung werden heuer so einige Augen zugedrückt, sowohl beim Jahreszeugnis als auch bei der Matura.

Matura-Erlass kommt noch in dieser Woche
Bei dieser gibt es im Corona-Jahr nur drei schriftliche Prüfungen. In der dreiwöchigen Vorbereitungszeit werden nur diese Gegenstände durchgenommen, alle anderen Fächer bleiben links liegen. Für die Schüler wird es die Möglichkeit geben, sich zu verbessern, schließlich fließen die Noten ja auch ins Matura-Ergebnis mit ein. Sollte eine Matura-Arbeit „nicht genügend“ ausfallen, gibt es, wie sonst auch, eine mündliche Kompensationsprüfung. Die Kommission dafür wird verschlankt. Der entsprechende Matura-Erlass wird noch in dieser Woche erstellt.

Jetzt geht es um jedes einzelne Talent
„Die Welt wird sich in Zukunft noch deutlicher in die Lerner und Nichtlerner teilen. Letztere werden zu den großen Verlierern gehören. Die Zukunft unseres Landes kann daher nur in einem öffentlichen Schulsystem liegen, das die Talente seiner Kinder fördert und nicht systematisch zerstört, nur weil sie in die ,falsche‘ Familie am ,falschen‘ Ort geboren wurden“, betont Bildungsexperte Dr. Andreas Salcher. Die Corona-Krise sei daher ein sehr realer Stresstest für jede einzelne unserer 5700 Schulen. „Schüler, Lehrer, Direktoren und Eltern können gerade jetzt erkennen, dass sie gemeinsam an ihrer Schule viel erreichen können.“

Eltern, die das große Glück haben, dass ihr Kind in eine lebendige Schule mit engagierten Lehrern geht, sollten diese gute Nachricht nach außen tragen. Damit erhöhen sie die Motivation der besonders engagierten Lehrer, und das wird auch dem Kind förderlich sein. Die guten Lehrer und Direktoren in diesen herausfordernden Zeiten sollen nicht länger im Verborgenen blühen. Deshalb stellen wir sie in der „Krone“ immer wieder vor.

Der Gründer der SOS-Kinderdörfer, Hermann Gmeiner, hat einmal gesagt: „Alles Große geschieht nur, weil jemand mehr tut als er muss.“

Die „Krone“ schafft gemeinsam mit Bildungsexperten Abhilfe in dieser herausfordernden Zeit und stellt neben einer Fülle an Lerntipps auch eine laufend erweiterte Auswahl an Übungen für unterschiedliche Schulstufen auf krone.at/hausaufgaben zur Verfügung.

Kronen Zeitung/krone.at

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