16.04.2020 17:00 |

Zukunft ungewiss

Krise für Veranstalter so groß, wie noch nie

Der Tiroler Konzertorganisator Peter Lindner musste bereits mehrere Großveranstaltungen bis in den Sommer hinein absagen. Besorgt ist er, wie es nach „Corona“ in der Veranstaltungsbranche weitergeht.

Die Coronakrise trifft die Kunst- und Kulturszene mehr als massiv – da es für den Großteil der Kulturschaffenden aller Genres – egal ob Solokünstler oder Veranstalter – schlicht gesagt um das Überleben geht. Angesichts aller Absagen von Veranstaltungen sind hier exorbitante wirtschaftliche und natürlich auch nachhaltige finanzielle Schwierigkeiten vorprogrammiert.

Kriterien für Härtefonds-Anspruch fragwürdig
Seitens der Bundesregierung wurden im März einige Millionen aus dem Künstlersozialversicherungs- und dem Härtefallfonds flüssig gemacht. Diese scheinen aber nicht mehr als einen „Tropfen auf den heißen Stein“ darzustellen. Wobei zudem die vorgegebenen Kriterien zum Erhalt dieser Unterstützungshilfe mehr als fragwürdig anmuten.

Der Antragsteller darf zum einen nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig verdient haben. Zum anderen dürfen nicht mehrere Beschäftigungsverhältnisse im Hintergrund stehen. Was gerade bei Freiberuflern einen Anachronismus darstellt, da hierbei schlicht und einfach die Grundlage ihrer gesamten beruflichen Existenz infrage gestellt wird.

„Die Kosten bleiben“
Seitens der gewerblichen Kulturschaffenden stellt Peter Lindner, Gründer und Kopf von „Lindner Music“, der „Tiroler Krone“ seine Sicht der Situation dar: „Ich habe, so wie viele andere in meiner Branche, derzeit kein Einkommen. Die laufenden Kosten bleiben uns allen aber trotzdem.“ Seine Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit und der Erhalt der Lager, in denen das technische Equipment liegt, müsse finanziert werden.

Veranstaltungen ab dem Spätsommer geplant
Die Abhaltung von Veranstaltungen kann sich Lindner frühestens im Spätsommer vorstellen, wobei er zuversichtlich meint: „Ich bin guter Dinge, dass die Konzerte von Herbert Pixner, den Seern, Hansi Hinterseer und Rainhard Fendrich Ende August bzw. Anfang September auf der Festung Kufstein stattfinden werden.“

Weniger rosig sieht Lindner hingegen die Zukunft sowie das „Hochfahren“ der Konzertbranche nach der Coronakrise: „Das ist nicht so wie bei einem Supermarkt, den man von heute auf morgen wieder aufsperren kann. Beim erneuten Hinauffahren meines Gewerbes stellt sich die Frage, welche Auflagen die Zukunft mit sich bringt und ob diese für mich bewältigbar sind.“

Beruhigen kann Peter Lindner alle Ticketkäufer: „Es braucht keiner Angst zu haben, dass er um seine Karte umfällt. Ich bitte nur noch um ein wenig Zeit, damit wir alles zufriedenstellend lösen können.“

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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