Aufatmen in Sperrzone

Erste Löscherfolge bei Bränden nahe Tschernobyl

Ausland
14.04.2020 19:48

Seit über zehn Tagen bekämpft die ukrainische Feuerwehr die Waldbrände unweit der radioaktiv belasteten Sperrzone in Tschernobyl. Nun geben Behörden erste Entwarnung: Die Feuer seien zunehmend unter Kontrolle. Die Befürchtung einer bedrohlich ansteigenden Strahlenbelastung ist bislang noch nicht eingetreten. 

Die Feuerwehr in der Ukraine hat nach Behördenangaben erste Löscherfolge bei den Bränden in der radioaktiv belasteten Sperrzone um das Atomkraftwerk Tschernobyl erzielt. „Es gibt kein offenes Feuer“, teilte der Katastrophenschutz in Kiew am Dienstag mit, jedoch würden vereinzelte Glutherde beobachtet. Unterstützt von Hubschraubern und Flugzeugen seien mehr als 400 Feuerwehrleute im Einsatz.

(Bild: APA/EPA/ANDREW KRAVCHENKO/POOL)

Brände gefährlich nahe an Schutzhülle
Mit schwerer Technik hätten Ingenieure insgesamt 110 Kilometer Brandschneisen gegraben. In der Nacht zum Dienstag hätten auch Regenfälle die Löscharbeiten begünstigt, hieß es. Doch die Umweltorganisation Greenpeace hegt Zweifel an den offiziellen Aussagen. So sei ein Brand bis auf einen Kilometer an die Schutzhülle um das frühere Atomkraftwerk herangerückt. Als Quelle für die Behauptung dienten aktuelle Satellitenbilder.

Umweltschutzorganisation bezweifelt offizielle Aussagen
Laut Greenpeace haben sich die Brände bereits auf eine Fläche von insgesamt 34.000 Hektar ausgedehnt - das wäre ein Vielfaches der offiziellen Zahlen. Die Umweltschützer befürchten, dass sich durch die Feuer zunehmend radioaktive Partikel aus der immer noch verseuchten Sperrzone in ein viel größeres Gebiet ausbreiten könnten.

Die Radioaktivität im brennenden Wald rund um das ehemalige Atomkraftwerk im ukrainischen Tschernobyl liegt über den normalen Werten. (Bild: AFP)
Die Radioaktivität im brennenden Wald rund um das ehemalige Atomkraftwerk im ukrainischen Tschernobyl liegt über den normalen Werten.

Radioaktive Grenzwerte in Kiew noch nicht überschritten
Die ukrainischen Behörden beteuerten bisher, dass sich die Werte im Rahmen hielten. In der Hauptstadt Kiew war am Morgen ein beißender Rauchgeruch zu spüren. Offiziellen Angaben zufolge gab es durch die seit zehn Tagen währenden Brände auch erhöhte Werte des radioaktiven Stoffs Cäsium-137 in Kiew. Sie seien jedoch unterhalb der Grenzwerte geblieben, hieß es.

Mutmaßliche Brandstifter festgenommen
In den vergangenen Jahren kam es mehrfach zu Feuern in den unbesiedelten Gebieten der Zone. Als Ursache wurde immer wieder Brandstiftung vermutet. Die Polizei hat nun mindestens zwei Männer in angrenzenden Siedlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen.

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