06.04.2020 13:46 |

Home-Office in Krise

Telekombehörde gibt Tipps für Internet und Telefon

Aufgrund der derzeitigen Ausgangsbeschränkungen müssen viele Österreicher aktuell von zu Hause aus arbeiten. Worauf es dabei im Umgang mit den Telefon- und Datennetzen zu achten gilt, damit diese nicht überlasten, verrät die Telekombehörde RTR jetzt in ihren „Tipps für Internet und Telefon während der Corona-Krise“.

In puncto Sprachtelefonie gibt die Behörde auf ihrer Website Entwarnung: Zwar könne es punktuell an bestimmten Orten zu einer erhöhten Netzlast kommen, wenn beispielsweise eine ganze Ortschaft unter Quarantäne gestellt und mehr telefoniert werde, in der Regel werde diese aber nur von kurzer Dauer sein. In dem Fall sollten Betroffene „es einfach mehrmals“ probieren, empfiehlt die RTR.

Auf Minuten- und SMS-Kontingent achten
Aufpassen sollten jedoch Nutzer, bei denen die Anzahl der verfügbaren Sprachminuten und SMS vertraglich beschränkt ist. Aufgrund des derzeit bei vielen geänderten Telefonieverhaltens könnten Frei-Minuten nämlich schnell aufgebraucht sein. „Telefonieren Sie aufgrund der Corona-Krise täglich am Abend eine Stunde mit Ihren Lieben, so ist ein inkludiertes Sprachvolumen von monatlich 1000 Minuten in 17 Tagen aufgebraucht“, schreibt die Behörde und empfiehlt daher, regelmäßig ins Kundenportal zu schauen, damit nicht übermäßige Kosten anfallen.

Alternativ könnten Nutzer prüfen, ob der Umstieg auf einen anderen Tarif oder der Kauf von Zusatzpaketen sinnvoll sei, so die RTR. Oder auf Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal, Skype, iCall oder etwa Hangouts umsteigen.

Langsame Internetzugänge können an ihre Grenzen stoßen
Deutlich stärker beansprucht als die Mobilfunknetze werden der Telekombehörde nach derzeit die heimischen Datennetze. Zwar seien sie der verstärkten Belastung durchaus gewachsen, in Einzelfällen, insbesondere bei jenen Nutzern, denen nur ein langsamer Internetzugang zur Verfügung stehe, könne dieser jedoch an seine Grenzen gelangen.

Netzwerkkabel statt WLAN
Zur Optimierung des Netzwerks empfiehlt die RTR, den Arbeitsrechner über ein Netzwerkkabel am Router anzuschließen und nicht über WLAN ins Internet einzusteigen. Sollte dies nicht möglich sein, sollte der Router zur Verbesserung des WLAN-Empfangs möglichst nahe beim Arbeitsplatz und leicht erhöht in der Mitte der Wohnung positioniert werden. Insbesondere dicke Wände, Metalloberflächen oder Stahlbeton schirmten das WLAN-Signal stark ab, so die RTR.

Störend auf das Signal auswirken können sich auch benachbarte Router, die auf denselben Kanälen bzw. Frequenzen senden. Dies lässt sich in der Regel über das eigene Menü des Routers herausfinden, alternativ empfiehlt die RTR Apps wie etwa „WiFi-Analyser“, mit denen die Kanalnutzung gemessen werden kann. Sollten sich zu viele Nutzer ein und denselben Kanal teilen, sollte über den Router ein Kanal gewählt werden, „der sonst nicht oder kaum genutzt wird“.

Streaming mit „Augenmaß“
Sollte generell wenig Bandbreite vorhanden sein, sei es wichtig darauf zu achten, „dass nicht alle gleichzeitig im Haushalt den Anschluss intensiv nutzen“.  Vor allem Streaming-Dienste wie YouTube oder Netflix sollten, wenn es „eng wird“, mit „Augenmaß“ verwendet werden. Gerade Kinder schauten sich besonders gerne Videos auf ihren Smartphones an. „Reden Sie mit ihnen und vereinbaren Sie Zeiten, zu denen Sie nicht arbeiten“, empfiehlt die Behörde und weist außerdem darauf hin, dass die Bandbreite beim Videostreaming auch von den verwendeten Endgeräten abhängt. „Ein großer UHD-Fernseher benötigt für gute Videoqualität deutlich mehr Bandbreite als ein Tablet oder ein Smartphone mit kleinem Bildschirm.“

Wenn alles nichts hilft, sollten Nutzer prüfen, ob über den Provider eine kurzfristige Bandbreitenerhöhung möglich sei. „Achten Sie aber auf die vertraglichen Konditionen, insbesondere eine allfällige neue Mindestvertragsdauer“, mahnt die RTR. Die Qualität ihrer Internetverbindung könnten Nutzer mithilfe des RTR-Netztest schnell und einfach via netztest.at überprüfen.

Andere Anbieter per Prepaid-SIM prüfen
Darüber hinaus sollten Nutzer prüfen, ob andere Anbieter unter Umständen eine bessere Leistung erbringen. Kostengünstig und auch ohne Vertragsbindung testen ließe sich das mittels Prepaid-SIM. Wer ein ausgemustertes, aber noch funktionierendes Smartphone habe oder eines mit Dual-SIM-Schacht, könne dieses als WLAN-Router („Hotspot“) verwenden, um die Stärke des Signals zu überprüfen.

WLAN mit dem Nachbarn teilen
Schließlich solle man auch an Nachbarschaftshilfe denken, so die RTR in ihren Tipps. „Wenn Ihre Nachbarn über einen guten Internetanschluss verfügen und Ihre Arbeitsbereiche gut mit WLAN versorgt sind, können Sie sich den Internetanschluss vielleicht für einen bestimmten Zeitraum teilen. Das gilt natürlich auch umgekehrt!.“

Weitere Tuning-Tipps für Ihren WLAN-Empfang im Home-Office von uns finden Sie hier.

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