19.03.2020 11:10 |

Debatte auf Twitter

Nicht ins Gesicht greifen? Gar nicht so einfach...

Die Pandemie der Lungenkrankheit Covid-19 hat Regierungen in aller Welt gezwungen, Bürgern Maßnahmen zu verordnen, die die Ansteckungsgefahr reduzieren sollen. Distanz wahren, regelmäßig Hände waschen, in die Ellenbeuge statt die Hand niesen - und, um Schmierinfektionen vorzubeugen, nicht ins Gesicht greifen. Letzteres ist für viele Menschen aber ziemlich schwierig, wie zahlreiche Twitter-Nutzer festhalten.

Im Durchschnitt greift sich jeder Mensch pro Stunde 23 Mal ins Gesicht, haben Forscher der Universität New South Wales in Australien in einer 2015 veröffentlichten Studie festgestellt. Für den Versuch wurden Studenten gefilmt, dann wurde gezählt, wie oft sie sich im Gesicht berührten.

Jede zweite Berührung betrifft Schleimhäute
In 44 Prozent der Fälle haben die Studenten dabei - hier herrscht große Infektionsgefahr - Schleimhäute berührt, in 56 Prozent andere Gesichtspartien. Werden Schleimhäute berührt, handelt es sich in 36 Prozent der Fälle um den Mund, in 31 Prozent um die Nase, in 27 Prozent der Fälle um die Augen und bei den restlichen Fällen um eine Kombination mehrerer Gesichtspartien mit Schleimhäuten. Das zeigt, wie schwierig es für Menschen ist, sich eben nicht ins Gesicht zu greifen.

Eine Erkenntnis, die auch viele Twitter-Nutzer machen müssen. Sie fluten den Kurzbotschaftendienst mit lustigen Kurzvideos und Bildern, die alle das gleiche Thema haben: Die Hände vom Gesicht fernzuhalten ist dieser Tage zwar ein guter und sinnvoller Rat, in der Praxis für viele Menschen aber einfach nicht umsetzbar.

So schwer es den Twitter-Nutzern und wohl auch dem Durchschnittsösterreicher fällt: Sich möglichst wenig ins Gesicht, schon gar nicht in den Mund, die Augen oder die Nase zu greifen, ist eine gute Methode, Schmierinfektionen mit dem Coronavirus vorzubeugen.

Vorsicht vor Tröpfchen- und Schmierinfektion
Das Virus verbreitet sich über Tröpfchen-, also wenn eine Person eine andere anhustet oder anniest -, oder über Schmierinfektionen. Eine Schmierinfektion liegt vor, wenn eine infizierte Person beispielsweise am Rolltreppengeländer, auf Aufzugknöpfen, Türklinken oder anderen Dingen Viren hinterlässt, die eine andere Person beim Anfassen dieser Dinge aufnimmt und letztlich beim nächsten Kontakt der Hand mit Augen, Nase oder Mund in den eigenen Organismus einbringt.

Neben dem Versuch, sich nicht ins Gesicht zu greifen, sollte man zur Vorbeugung einer Schmierinfektion regelmäßig die Hände waschen und versuchen, in der Öffentlichkeit keine Dinge anzufassen, die normalerweise viele andere Leute anfassen. Mehr Verhaltens-Tipps finden Sie hier.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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