16.03.2020 10:00 |

„Krone“-Kommentar

Versuch und Irrtum

Zu früh oder zu spät? Zu viel oder zu wenig? Zu hart oder zu lasch?

Es liegt in der Natur jeder zu Beginn unbekannten Krise, dass Besserwisser an fast allen Maßnahmen zur Bewältigung der Notlage etwas auszusetzen haben. Den Schlaumeiern sei gesagt: Damit ist keinem geholfen. Im Gegenteil.

Regierung und Krisenstäbe müssen die Lage permanent bewerten und mit gerade halbwegs gesicherten Erkenntnissen operieren. Nicht nur Österreich, die ganze Welt sieht sich mit einer Naturkatastrophe in Zeitlupe konfrontiert. Die klügsten Köpfe rund um den Erdball arbeiten auf Basis unvollständigen Wissens. Das funktioniert seit jeher nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum. Dabei gibt es ebenso Fehlschläge wie Fortschritte.

Jeder möge sich daher vor vorschnellen Urteilen hüten. Jeder sollte sich jetzt darauf beschränken, das zu tun, was er am besten kann. Damit ist allen am meisten geholfen.

Wichtig ist nun nicht nur, dass wir halbwegs heil durch die akute Virus-Phase kommen. Es geht auch um die Zeit danach, die hoffentlich früher als später kommt. Und dass wir dann nicht in einer zertrümmerten Gesellschaft erwachen. Geld darf bei der Rettung keine Rolle spielen - was jetzt erhalten wird, muss später nicht wieder aufgebaut werden.

Daher gilt, so sehr das einigen Ökonomen missfallen mag, der Grundsatz des „Koste es, was es wolle“. Dann haben wir eine Chance, beschädigt, aber mit neuer Zuversicht in eine bessere Zukunft zu gehen.

Claus Pándi, Kronen Zeitung

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Donnerstag, 02. April 2020
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