25.02.2020 15:00 |

Kurs der Alpinärzte

Wissenschaft im Fokus der Bergrettung Tirol

Die Tiroler Bergrettung will künftig verstärkt wissenschaftlich arbeiten. „Science in the mountains“ bildete somit einen der Schwerpunkte des jährlichen Kurses der Alpinärzte, der am Wochenende im Ausbildungszentrum Jamtal über die Bühne ging. Das Versorgen von Patienten unter schwierigen Bedingungen sowie der Bau eines Schneebiwaks waren weitere inhaltliche Säulen.

„Früher gab es einige Jahre eine enge Zusammenarbeit zwischen der Klinik und uns“, erzählt Markus Isser, alpinmedizinischer Leiter der Tiroler Bergrettung. „Die möchten wir jetzt reaktivieren“, sagt Isser. So umfasste die 14-köpfige Gruppe, die im Jamtal zusammenkam, auch Ärzte der Innsbrucker Klinik, die als Privatpersonen und interessierte Wissenschaftler zu der Bergrettungstagung eingeladen waren.

„Wissenschaftliche Erkenntnisse sind für uns sehr wichtig, denn wir möchten stets auf hohem Niveau arbeiten“, betont Isser. Vor diesem Hintergrund nimmt eine Vernetzung von Bergrettung und Klinik einen hohen Stellenwert ein. „Bei Fragen der Reanimation zum Beispiel kann uns ein Herzchirurg oder ein Anästhesist bedeutende neue Inputs geben, die Publikation einer wissenschaftlichen Arbeit liefert wertvolle Erkenntnisse, ob wir tatsächlich richtig liegen.“ Der erste Impuls für die Zusammenarbeit ist getan.

Studien im Vordergrund
Tirols Bergrettungslandesarzt Dr. Josef Burger will verstärkt Studien machen – zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Bike Republic Sölden. In dem Bike-Park wickeln Bergretter bekanntlich den Rettungsdienst auf den „Lines“ ab. „Wir möchten beispielsweise erarbeiten, bei wie vielen Fahrten sich Sportler verletzen oder wie das Verletzungsmuster aussieht. Dabei können wir auf 100 Prozent der Daten zurückgreifen.“

Neben dem wissenschaftlichen Aspekten stand im Jamtal außerdem die Versorgung von Patienten unter schwierigsten Bedingungen auf dem Programm. „Und wir bauten unter Anleitung von Spezialisten mit Arktiserfahrung ein Schneebiwak“, erzählt Burger. Darin wurde dann auch Essen zubereitet und übernachtet – Härtetest für den Ernstfall.

Erkundungstouren bei großartigem Wetter in der Silvretta rundeten die Fortbildung schließlich ab.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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