12.02.2020 06:45 |

Ausflug ins Glück

Kambodscha: Das echte Land des Lächelns

Nur noch selten wird man als Tourist so freundlich aufgenommen wie im aufstrebenden Reiseland Kambodscha. Ein Ausflug direkt ins Glück!

Es gibt Orte auf dieser Welt, bei denen die Zeit keine Rolle spielt, unser Alltag mit seinen stressigen Anforderungen bedeutungslos wird, an denen man die Ewigkeit berührt. Der Tempel von Angkor Wat gehört zu diesen Orten. Seine Majestät nimmt einen vom Augenblick des Betretens an gefangen, seine stille Würde trotzt den anstürmenden Touristenmassen, und seine ganze Erhabenheit entfaltet sich, wenn man auf seinem höchsten Turm steht und die Sonne langsam versinken sieht. Dann führt einen ein mystisches Licht in die Zeitlosigkeit, und man spürt die Schwingungen des Immerwährenden.

Mehr als 100 Tempel sind in der Anlage des Angkor-Parks zu bestaunen, nicht minder eindrucksvoll als der berühmte Angkor Wat ist Angkor Thom mit dem Bayon-Tempel. Seine vier großen Gesichter überschauen die Himmelsrichtungen, weitere Gesichter – insgesamt sind es 172 – zieren seine Wände. Oder man folgt den vorgegebenen Wegen, um Tempel zu finden, auf die der Dschungel seinen Anspruch erhebt, wie etwa den Ta Prohm, in dem sich die Wurzeln um Figuren und Gesichter ranken.

Ganz anders ist die Stimmung in der nahe gelegenen Stadt Siem Reap. Zahlreiche Touristen tummeln sich in den Straßen und auf den bunten Märkten, unzählige Tuk-Tuk-Fahrer bieten ihre Dienste als Fremdenführer an, und dieses Angebot sollte man nützen, denn für ein paar Dollar bekommt man Einblicke in die Geschichte der Stadt, in Tempel, Klöster und kleine Parks, die man sonst übersehen würde. Zwischen den alten französischen Kolonialbauten wachsen moderne Häuser und Shoppingmalls, die neben vielen Souvenirs auch feines Kunsthandwerk bieten.

Das findet man übrigens auch an den Straßenrändern, wenn man Richtung Hauptstadt Phnom Penh fährt. Steinmetze bieten Buddha-Statuen in allen Größen, aber auch die beeindruckenden kambodschanischen Löwen und das Schutzsymbol Naga, eine siebenköpfige Kobra, die nicht nur Tempelanlagen bewacht, sondern auch die alten Brücken aus der Angkor-Zeit. Sie sind wie die Tempel rund um Siem Reap ein Relikt dieser Hochkultur, die ihre Blütezeit im 12. Jahrhundert hatte. Ihr aus Naturreligion und Hinduismus geprägter Glauben schuf die faszinierenden Angkor-Tempel, die später von den Buddhisten übernommen und adaptiert wurden. Heute gelten sie als das Symbol Kambodschas, das sich erst langsam vom letzten großen Schrecken, der Gewalt-Herrschaft der Roten Khmer, erholt. Umso erstaunlicher ist es, wie freundlich und hilfsbereit die Menschen hier sind.

Viel über die reiche Kultur des Landes erfährt man, wenn man sich raus aus den Städten in die bäuerlich geprägte Gesellschaft wagt. Die ideale Möglichkeit dazu bietet ein Trip mit der „Aqua Mekong“, einem hölzernen Luxus-Flussschiff mit nur 20 überaus großzügigen Kabinen, auf dem man nicht nur nach allen Regeln der Kunst verwöhnt wird, sondern auch zahlreiche Ausflüge mit bestens ausgebildeten Guides macht. Die flachen Zubringerboote benötigen keine Landungsstege, mit ihnen kann man überall anlegen und kommt so in Gegenden entlang des Tonle Sap River, die einem ob ihrer Schönheit den Atem rauben. Hellgrüne Reisfelder, schwimmende Dörfer und der Dschungel sorgen dafür, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Dazu steht noch ein Besuch in der alten Khmer-Hauptstadt Udong mit ihrem riesigen Kloster und der weißen Stupa an. Viele der prächtig bemalten und geschmückten Klöster stehen ebenso auf dem Besichtigungsprogramm wie die bunten Straßenmärkte, urige Töpfereien, Silberschmiede, eine Seidenweberei, lebendige Dörfer und auch eine Schule, wo einem die stolzen Kinder ihre Englischkenntnisse präsentieren.

Die Küche an Bord der „Aqua Mekong“ ist exzellent, dominiert wird sie von köstlichen kambodschanischen Gerichten wie etwa dem milden, nichts desto weniger aromatischen Fisch-Amok; und man unterhält seine Gäste sogar mit exotischen Snacks wie frittierten Taranteln oder Heuschrecken. Allerdings ist keiner böse, wenn man diese Spezialitäten verschmäht. Ein Spa, ein Sonnendeck, ein kleiner Pool, ein Kino, eine Bibliothek, eine stilvolle Bar – hier vermisst man wirklich nichts. Dafür bekommt man als Zugabe noch die unglaubliche Freundlichkeit und Offenheit der Khmer (so heißen die Bewohner des Landes seit jeher) geschenkt.

Wenn man nun glaubt, dieses Wohlbefinden ließe sich nicht steigern, liegt man falsch. Ein Aufenthalt im Six Senses Resort auf Krabey Island, einer kleinen Insel nahe der Küstenstadt Sihanoukville, belehrt einen schnell eines Besseren. Hier logieren die Gäste in ihren luxuriösen Villen samt Pool mitten im naturbelassenen Dschungel. Erstklassige Restaurants, ein großes Spa mit Massage-, Yoga-, Fitness- und Meditationsmöglichkeiten sowie ein Alchemie-Labor, wo man sein eigenes Badesalz herstellen kann, sorgen für Erholung pur.

Die Natur hat auf Krabey Island zudem absoluten Vorrang, Trinkwasser bekommt man in Glasflaschen abgefüllt, die Zutaten, mit denen die Spitzenköche hier arbeiten, stammen aus dem eigenen Biogarten, und selbst die Beleuchtung der Wege ist an die Dschungelbäume nur angebunden und nicht angeschraubt. Bessere Betten als bei Six Senses findet man ohnehin schwer, und es hat auch viel für sich, beim Aufwachen direkt durch die großen Glasflächen der Villa in den Dschungel zu schauen.

Michaela Reichart, Kronen Zeitung

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