27.12.2019 06:15 |

Unter Lawine überlebt

Alpinpolizistin: „Eine Hand hat aus Schnee geragt“

Fünf Stunden in einer Lawine überlebt! Was sich wie ein packender Hollywood-Streifen anhört, wurde am Christtag zu einem Weihnachtswunder in den steirischen Bergen. Ein 26-Jähriger wurde am Pleschnitzzinken mitgerissen und verschüttet. Nicht nur für eine gute Freundin begann dann ein Wettlauf mit der Zeit.

Gut eineinhalb Meter Neuschnee bekamen einige obersteirische Berge in den vergangenen Tagen serviert, die Lawinenwarnstufe stieg durch den frischen Triebschnee von 1 auf 4.

Eine Lawine wurde dann auch dem erfahrenen Alpinisten auf der Ostseite des Pleschnitzzinkens (Gemeinde Michaelerberg-Pruggern) zum Verhängnis: Er wurde verschüttet. „Ich habe gewusst, dass er am Christtag eine Skitour gehen will“, sagt Viktoria Steinberger, die nicht nur Alpinpolizistin in Admont, sondern auch eine gute Freundin des Verschütteten ist.

Nur knirschende Geräusche gehört
„Wir kennen uns seit 15 Jahren, sind in die gleiche Schule gegangen. Ein gemeinsamer Freund hat mich dann am 25. Dezember darüber informiert, dass er ihn nicht mehr am Handy erreicht. Zwar hat er einmal abgehoben, zu hören waren aber nur knirschende Geräusche“, erzählt die 26-Jährige, die Böses ahnte, sich umgehend ins Auto setzte und zum Ort des Geschehens fuhr.

Luftloch dank der Hand des Vermissten
Am Parkplatz Galsterberg wurde dann das Auto des 26-Jährigen gefunden, die Handypeilung brachte vorerst kein Ergebnis. So machten sich die Einsatzkräfte (Alpinpolizei, Bergrettung Gröbming, Hundestaffel) auf die Suche nach dem Vermissten.

„Die Einsatzkräfte haben perfekt zusammengespielt. So hat die Bergbahn Galsterberg extra für uns die Gondel aktiviert, damit wir rasch zur Bergrettungshütte kommen, wo wir den Einsatzstab eingerichtet haben“, berichtet Steinberger.

Um 19.20 Uhr wurde dann bei starkem Schneefall der Lawinenkegel an der Ostseite des Zinkens ausgemacht, nur wenige Minuten später war der Steirer nach rund fünf Stunden im Schnee mittels Lawinenverschüttetensuchgerät geortet.

Spital schon wieder verlassen
„Eine Hand hat aus dem Schnee geragt, daher hatte er ein Luftloch. Er hat sich mit dem Anspannen der Muskeln warmgehalten - zum Glück ist er ein erfahrener Alpinist. Deshalb hatte er nur leichte Erfrierungen im Gesicht. Er war absolut orientiert und entschuldigte sich bei den Einsatzkräften sogar für die Umstände, die er ihnen bereitet hatte“, atmete Steinberger durch. Schon am Stephanitag konnte der 26-Jährige zu Mittag das Spital wieder verlassen.

Alexander Petritsch
Alexander Petritsch
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