Debatte in St. Pölten

Ärger um Namen: Straßen sind zu „männlich“

Insgesamt 26 Straßen werden heuer in St. Pölten neu benannt - nur zwei davon tragen Frauennamen. Ein Umstand, der bei der ÖVP für Kritik sorgt: „An starken weiblichen Persönlichkeiten würde es in St. Pölten ja nicht fehlen“, meint Gemeinderat Florian Krumböck. Die SPÖ kontert mit dem neu benannten Frauenplatz ...

Insgesamt 13 Benennungen neuer Straßen sollen im St. Pöltner Gemeinderat vorgenommen werden. Nur eine davon nimmt sich aber eine Frau, nämlich Mimi Wunderer, zum Vorbild. „Frauen verdienen den gleichen Respekt wie Männer. Es ist zum Genieren, wenn man seitens des Magistrats und der Mehrheitsfraktion kaum Frauen für dieses ehrende Gedenken vorschlägt“, kritisieren Gemeinderat Florian Krumböck und Regina Endl, Leiterin der VP-Frauen in St. Pölten unisono. 

Schon zu Beginn des Jahres wurden ebenfalls 13 Straßenzüge neu benannt. „Auch damals stand nur eine Frau Patin als Namensgeberin. Gleichzeitig hat man schon versucht, mit dem Frauenplatz an einer Straßenecke die Bilanz aufzuhübschen“, so Endl.

Ausgerechnet mit diesem Platz wollte man seitens der SPÖ jedoch ein klares Signal senden. „Es ist sehr verwunderlich, dass die Volkspartei, die die Umbenennung in Frauenplatz, der das deutlichste Zeichen für eine Sichtbarmachung von Frauen in den Straßenbenennung ist, kritisiert hat, nun dieses Thema für sich entdeckt“, entgegnet der rote Bezirksgeschäftsführer Harald Ludwig. Zudem sei es „immer wünschenswert, herausragende Frauen präsenter zu machen“. Theoretisch ist man sich also handelseinig. 

Ob die Praxis eine andere sein wird, zeigt sich am nächsten Dienstag im Gemeinderat. Die ÖVP will dort dann auch einige, „weibliche“ Vorschläge einbringen.

Nikolaus Frings, Kronen Zeitung

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