21.11.2019 12:37 |

Im Fall Lehen

Mordverdächtiger „Klod“ kehrte zum Tatort zurück

Donnerstagfrüh in der Ignaz-Harrer-Straße: Polizisten bewachen den Eingang zum Cafe Focus. Direkt vor dem Lokal stehen ein Richter, eine Staatsanwältin, mehrere Anwälte, Dolmetscher und Kripo-Beamte beisammen. Grund: Die Tatrekonstruktion im Mordfall Lehen. Zuerst schilderte das Opfer seine Eindrücke. Später folgte der Auftritt des mutmaßlichen Mörders Klodjan F. und eines mutmaßlichen Beitragtäters aus Albanien.

Der Mordverdächtige mit dem Spitznamen „Klod“ kehrte fünf Monate nach den tödlichen Schüssen zurück zum Ort des Geschehens: diesmal aber in Handschellen und in Begleitung der Justizwache. Eine knappe Stunde beantwortete Klodjan F. (31) die Fragen der Staatsanwältin und der Anwälte, beobachtete die „Krone“. Immer wieder zeigten Anwesende auf die Stelle direkt vor der Eingangstür: Hier, im Gastgarten des Cafe, starb das Mordopfer Samir H. (46) nachdem F. im Streit abgedrückt haben soll. 

„Krone“ bei Tatrekonstruktion vor Ort

Zuvor stand Samirs Sohn Dzenis (24) vor dem Lokal, beantwortete die Fragen der Juristen. Augenscheinlich wirkte er wieder fit. Danach schaute der 24-Jährige mit Angehörigen von der anderen Straßenseite zu. Währenddessen bewachten Polizisten das Geschehen, verwiesen Fußgänger auf die andere Straßenseite.

Schüsse, Flucht und Auslieferung

Hintergrund: Am Abend des 4. Juni  knallten Schüsse aus einer Glock-Pistole, Kaliber 9mm, durch den Salzburger Stadtteil Lehen. Eine Kugel tötete den bosnischen Familienvater, eine weitere ging durch den Oberschenkel seines Sohnes. 20 Tage war der mutmaßliche Schütze auf der Flucht. In einer Bar in Düsseldorf wurde der Albaner festgenommen. Kurz zuvor konnte die Polizei einen mutmaßlichen Beitragstäter, ebenso Albaner (34), in Wien schnappen. F. saß jedenfalls über Wochen in Deutschland in Auslieferungshaft. Seit Mitte September ist der Mordverdächtige in Salzburg. Und schweigt bisher zu den Mordvorwürfen. 

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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