02.11.2019 16:36 |

Ziel oft Österreich

Bewaffnete Schlepper kassieren bei Flüchtlingen ab

Schlepperbanden blockieren im Iran die Routen in Richtung türkische Grenze und zwingen Illegale mit Waffengewalt dazu, Wegzoll abzulegen. Anti-Schlepper-Boss Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt in Wien machte sich - wie berichtet - vor Ort ein Bild. Österreich bleibt für viele dieser Flüchtlinge Zielgebiet.

Die Schilderungen afghanischer Familien in einer Unterbringung im Osten der Türkei schockieren selbst Österreichs erfahrenen Anti-Schlepper-Boss Gerald Tatzgern: „25 Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt, auf iranischem Boden, haben Schlepper ihre Sammelstellen. Mehr als 1000 Euro verlangen die Schleuser für den illegalen Transport.“ Summen, welche aber so oder so gezahlt werden müssen.

Zitat Icon

"Selbst wenn Flüchtlinge auf eigene Faust illegal aus dem Iran über die Grenze in die Türkei einreisen möchten, müssen sie die Schlepper bezahlen."

Gerald Tatzgern, Anti-Schlepper-Boss im Bundeskriminalamt

„Wer nicht zahlt, kommt nicht weiter“
„Es ist egal, ob sie die Dienste der Banden in Anspruch nehmen. Kurz vor der Grenze müssen sie den Schleppern ohnehin das Geld übergeben. Denn: Wer nicht zahlt, kommt auch nicht weiter. Die schwer bewaffneten Schleuser kontrollieren und blockieren auf iranischem Boden sämtliche Wege und Straßen, die durch das Gebirge in die Türkei führen - und verlangen von den Illegalen Wegzoll“, schildert Tatzgern der „Krone“ die alarmierende Situation vor Ort.

Zusammenarbeit intensivieren
Die Türkei benötigt nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Flüchtlingswelle aus dem Iran auf polizeilicher Ebene dringend Hilfe. „Die Zusammenarbeit mit europäischen Behörden und Frontex muss schnellstmöglich intensiviert werden.“

Das ist „hinsichtlich der Flüchtlingslage für ganz Europa wichtig“, so Tatzgern. Aus diesem Grund wird die nächste internationale Anti-Menschenhandels-Konferenz im Dezember auch erstmals in Istanbul über die Bühne gehen.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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