22.10.2019 06:00 |

Prototyp entwickelt

Grüner Treibstoff: Forscher-Clou made in Austria

Heureka! Österreichische „Daniel Düsentriebe“ (er)schaffen an der britischen Elite-Uni Cambridge die Grundlage für umweltfreundliches Benzin.

Sieben Jahre lang forschte ein Team mit rund 25 Mitgliedern, angeführt von Erwin Reisner vom Christian-Doppler-Labor, an der englischen Elite-Uni Cambridge am „künstlichen Blatt“ - mithilfe einer Photosynthese, wie sie Blumen im natürliche Kreislauf vollziehen, will der Österreicher klimaneutralen Treibstoff erzeugen. Jetzt der Durchbruch: Ein Prototyp ist entwickelt, berichtet das international renommierte Fachmagazin „Nature Materials“ in seiner neuesten Ausgabe.

Revolution auf dem Weltmarkt made in Austria
„Die Forschung steht erst am Anfang, aber eine Basis ist geschaffen“, freut sich der gefragte heimische Top-Chemiker, als ihn die „Krone“ am Telefon erreicht. Die aktuelle Erfindung, ein Synthesereaktor in dem bestens ausgestatteten Labor an der englischen Elite-Universität Cambridge, hat es in sich: Mithilfe von Sonnenlicht wurde aus Wasser und umweltschädlichem Kohlendioxid (Stichwort Klimakrise bzw. Erderwärmung) Syngas erzeugt. Aus dem Gemisch aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid sollen in weiterer Folge alle bisher aus Erdöl gewonnenen Produkte ersetzt werden können. Also nicht nur Brennstoffe, sondern auch Kunststoffe: Eine Revolution auf dem Weltmarkt made in Austria!

Der Prototyp des „künstlichen Blattes“ und das Fundament der bahnbrechenden Idee ist ein wenige Millimeter dickes, mehrere Quadratzentimeter großes Blättchen, das aus zahlreichen Schichten aufgebaut ist und komplett unter Wasser gehalten wird. Jetzt gilt es, im großen Stil an der Effizienz zu arbeiten. Die Haltbarkeit ist derzeit eingeschränkt und liegt lediglich bei wenigen Tagen, bevor der Prozess wieder neu gestartet werden muss. Das Forscherteam unter Prof. Erwin Reisner bleibt nach dem einzigartigen Forschungserfolg aber weiterhin voll motiviert am Ball.

„Zukunftsweisender Schritt“
„Die Gewinnung von nachhaltigen Treibstoffen aus Kohlendioxid wären ein zukunftsweisender Schritt und eine Innovation für viele Branchen. Unsere Wissenschafter arbeiten hier gemeinsam mit einer der besten Universitäten der Welt an vorderster Stelle bei der Erforschung von grüner Energie“, betonte auch Elisabeth Udolf-Strobl, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. Jetzt gilt es, die mächtigen Entscheidungsträger der Welt für sich zu gewinnen - dann steht umweltfreundlichem Benzin nicht mehr viel im Wege …

„Wird die Forschung forciert, schaffen wir Umstieg 2050!“
Die „Krone“ erreichte den gefragten Professor am Montag kurz nach Mittag im englischen Cambridge für ein telefonisches Interview. Der gebürtige Welser (OÖ) erklärte dabei seine bahnbrechende Erfindung.

„Krone“:  Herr Professor Reisner, wie ist nach diesem wissenschaftlichen Erfolg die Stimmung bei Ihnen und in Ihrem Team an der Elite-Uni Cambridge?
Erwin Reisner: Wir freuen uns, dass es funktioniert! Eine Basis ist geschaffen. Diese gilt es nun extrem voranzutreiben.

Welches Ergebnis haben Sie im Labor erzielen können?
Es ist uns gelungen, wie bei der Photosynthese aus Kohlendioxid und Wasser mithilfe von Sonnenlicht eigenständige Energieträger zu produzieren.

Was bedeutet das für die Zukunft?
Bei entsprechendem Zusammenspiel von Forschung, Politik und Industrie, die gemeinsam die Forschung in diese Richtung forcieren, halte ich es für möglich, dass wir bis zum Jahr 2050 den Umstieg von fossilen zu erneuerbaren Brennstoffen schaffen können. Also grünes, umweltfreundliches Benzin aus einem geschlossenen Energiekreislauf für alle!

Daten und Fakten
Die aktuelle Energieinfrastruktur verläuft wie folgt und belastet Umwelt und Menschen vom ersten Produktionsschritt bis zum letzten Produktionsschritt. Die Rohstoff-gewinnung von Erdöl wird in einer Raffinerie durch Reinigung und Destillation unter Normaldruck und unter Vakuum in Fraktionen mit einem definierten Siedebereich überführt. Danach wird das Öl auch weiterverarbeitet zu Benzin. Die ausgestoßenen Treibstoffrückstände von Autos und der Industrie vermehren das schädliche Kohlendioxid, das in weiterer Folge auch zur globalen Erderwärmung beiträgt.

Bei einem zukünftigen geschlossenen Energiekreislauf wird im besten Fall das schädliche Kohlendioxid in Raffinerien eingesaugt und dort weiterverarbeitet. Dadurch wird Syngas erzeugt, das ein Gemisch von Kohlenmonoxid und Wasserstoff darstellt.

Der geschlossene Energiekreislauf wäre eine Revolution am Weltmarkt, sollte er zu einer flächendeckenden Anwendung kommen.

Matthias Lassnig, Kronen Zeitung

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