08.10.2019 12:28 |

Boykott in Venezuela

Adobe nimmt Nutzern auf Trumps Befehl Software weg

Software-Abos, die stetige Einnahmen generieren, werden bei Firmen wie Adobe immer beliebter. Als Kunde ist man ihnen dadurch allerdings ausgeliefert. Welche Folgen das haben kann, zeigt sich in Venezuela. Dort verlieren Ende Oktober auf Befehl der US-Regierung alle Nutzer von Adobe-Software ihren Zugang zu Photoshop, Acrobat, InDesign und Co.

Adobe-Nutzer in Venezuela erhielten laut einem Bericht von „The Verge“ Post von ihrem Software-Anbieter. In dem Schreiben heißt es: „Die US-Regierung hat Executive Order 13884 verhängt, mit dem praktischen Effekt, dass fast alle Transaktionen und Dienstleistungen zwischen US-Unternehmen, Organisationen und Individuen in Venezuela verboten sind. Um dieser Order zu entsprechen, deaktiviert Adobe alle Nutzerkonten in Venezuela.“

Keine Gutschriften für Betroffene
Die Nutzer hätten bis 28. Oktober Zeit, in ihren Adobe-Konten enthaltene Inhalte herunterzuladen. Am 29. Oktober werde der Zugang zu den Konten endgültig gesperrt. Wer bereits im Voraus für Adobes Dienste bezahlt hat, hat keinen Anspruch auf Erstattung. Grund: „Die Beendigung aller Aktivitäten umfasst Verkäufe, Service, Support, Erstattungen und Gutschriften.“

Für Unternehmen in Venezuela wird die Adobe-Dürre problematisch. Kreative in aller Welt - so auch in Venezuela - verlassen sich auf Werkzeuge wie Photoshop, die von dem US-Unternehmen stammen und auch NGOs und Medienunternehmen dürften ohne Adobe-Tools wie InDesign, Premiere oder Acrobat Probleme haben, ihren Betrieb aufrecht zu erhalten.

Software-Abos sind tückisch
Der Fall zeigt die Nachteile von Software-Abos, die nicht nur bei Adobe mit seiner Creative Cloud, sondern etwa auch beim US-Softwareriesen Microsoft mit seinem Office 365 beliebt sind, weil sie eine stete Einkommensquelle bedeuten. Als Kunde ist man dem Software-Anbieter ausgeliefert. Kaufte man früher ein Programm und besaß es danach, kann beim Abo der Anbieter einseitig den Zugang zur Software aufkündigen.

Bei Adobe beteuert man, in dem Fall Opfer äußerer Umstände zu sein und die nächsten Schritte der US-Regierung genau zu beobachten. Was man trotz der von US-Präsident Donald Trump unterschriebenen Order an Support-Aktivitäten anbieten dürfe, biete man natürlich an. Was verboten ist, darf freilich nicht angeboten werden. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die das bei unseren Kunden hervorrufen könnte und werden die Situation genau überwachen und bewerten“, heißt es in einem Adobe-Statement.

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