03.10.2019 09:18 |

Produktoffensive

Surface Duo: Microsoft zeigt Klapp-Smartphone

Es war die Überraschung des Herbstevents von Microsoft am Mittwochabend in New York City: Der Konzern, der erst vor wenigen Jahren seine eigenen Windows-Telefone aufgegeben hatte, will wieder in den Smartphone-Markt zurückkehren. Das Gerät mit dem Namen Surface Duo soll sich dabei stark von klassischen Smartphones abheben: Es kommt mit zwei Displays mit je 5,6-Zoll Diagonale, die zu einem großen Bildschirm aufgeklappt werden können. Vorgestellt wurden zudem zahlreiche neue Modelle der Surface-Familie.

Statt wie etwa Samsung oder Huawei auf ein großes, flexibles Falt-Display zu setzen, verbaut Microsoft klassische LCD-Displays mit extrem dünnem Rand und stabilen Metallscharnieren. Sie sollen den Eindruck einer einzigen großen Arbeitsfläche vermitteln. Viele Details des Geräts wurden noch nicht bekannt, da es erst zu Weihnachten 2020 in die Geschäfte kommen soll. Aber schon die Eckdaten lassen aufhorchen.

Als Betriebssystem soll Googles Android Verwendung finden, in einer nicht genauer spezifizierten „modifizierten Version“. Allerdings, verspricht Microsofts Hardware-Chef Panos Panay, werden „alle Android-Apps“ auf dem Gerät laufen. Unter der Haube wird - wie bei fast allen anderen Smartphones - ein Chip mit Technologie des Halbleiter-Designers ARM werkeln.

Von Windows Phone zu Android
Die Entwicklung entbehrt nicht einer gewissen Ironie: In den Anfängen der Smartphone-Ära hatte sich der Handy-Weltmarktführer Nokia gegen Googles Android und für Microsofts Windows Phone als Betriebssystem entschieden. Es lief nicht besonders gut, Microsofts Plattform wurde von Android und Apples iPhone-Ökosystem abgehängt. Dann kaufte Microsoft Nokias Handy-Geschäft in einem Versuch, Windows Phone doch noch im Markt zu verankern.

Die Akquisition geriet zu einem finanziellen Desaster in Milliardenhöhe, Tausende Mitarbeiter verloren ihre Jobs, das Nokia-Investment wurde mit dem Ausstieg aus dem Smartphone-Markt vollkommen abgeschrieben - und jetzt kommt Microsoft also selber mit einem Android-Gerät zurück.

Die Zeiten haben sich allerdings auch geändert. Mittlerweile sind alle wichtigen Microsoft-Angebote für Android verfügbar und somit ließe sich das Gerät für den Privatkundenmarkt vermarkten oder als Einstiegsgerät im Unternehmensbereich.

Surface Neo
Das Duo bekommt auch einen großen Bruder, das Neo, mit zwei aufklappbaren 9-Zoll-Displays sowie dem neuen Betriebssystem Windows 10 X, welches das Arbeiten mit zwei Bildschirmen optimieren soll. Angekündigt sind zudem kompatible Geräte mit Windows 10 X auch von Herstellern wie Asus, Dell, HP oder Lenovo.

Surface Pro X
Microsoft-Chef Satya Nadella, der zu der Vorstellung erschienen war, hatte noch mehr zu bieten als einen Blick in die Glaskugel. Für die ambitionierten Geschäftskunden wird das Surface Pro X eingeführt, das neue Top-Modell von Microsofts Mobil-Serie. Es bekommt einen eigens entwickelten Prozessor, den Microsoft SQ1, der besonders energieeffizient sein soll, und ein 7,3 Millimeter dünnes Gehäuse. LTE Advanced sorgt für den Anschluss an das Mobilfunknetz.

Zur weiteren Ausstattung zählen ein 13-Zoll-Display, zwei USB-C-Anschlüsse und eine Schnellladefunktion. Pfiffig: Als Zubehör gibt es ein neues Keyboard und einen flachen Stift, der innerhalb der Tastatur gelagert und dabei auch geladen wird. Die neue Tastatur passt leider nicht an die Vorgänger-Surface-Geräte. Preislich startet das Surface Pro X bei 1149 Euro.

Surface Pro 7 und Surface Laptop 3
Weitgehend im Inneren und ausstattungsmäßig überarbeitet erscheinen auch das Tablet Surface Pro 7 und der Surface Laptop in seiner 3. Generation. Ausgestattet mit den neuesten Intel-Core-Prozessoren der 10. Generation, soll das neue Surface Pro 7 deutlich performanter als sein Vorgänger sein. Das 2-in1-Gerät mit seinem 12,3 Zoll großen Touch-Display verfügt neben dem USB-A-Anschluss erstmals über einen USB-C-Anschluss sowie eine Schnellladefunktion. Der Einstiegspreis liegt bei 899 Euro (UVP).

Die dritte Generation des Surface Laptop wird es dagegen zum ersten Mal auch in einer 15-Zoll-Variante und mit komplett metallischem Gehäuse geben. Privatkunden erhalten die 15-Zoll-Geräte erstmals mit Prozessoren von AMD. In allen Devices mit 13,5-Bildschirm sowie in den 15-Zoll-Varianten für Geschäftskunden arbeiten Intel-Core-Prozessoren der 10. Generation. Das neue Gerät verfügt über eine austauschbare SSD-Festplatte, einen USB-C und einen USB-A Anschluss sowie überarbeitete Mikrofone. Für private Anwender wird das schlanke Notebook mit 13,5-Zoll-Display ab 1149 Euro erhältlich sein, in der 15-Zoll-Variante ab 1349 Euro (jeweils UVP).

Mit der breit gefächerten Produktpalette demonstriert Microsoft den unbedingten Willen, die Windows-Plattform in der mobilen und Cloud-Welt fest zu verankern und den Markt nicht Apples iPads, dem MacBook Air oder den MacBooks zu überlassen. Im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres stieg der Umsatz mit Surface-Geräten um 14 Prozent. Genauere Zahlen gibt Microsoft nicht Preis, die Umsätze sind im Geschäftsbereich „More Personal Computing“ versteckt.

Surface Earbuds
Mit den Surface Earbuds stellte Microsoft abschließend noch - dem allgemeinen Trend folgend - neue In-Ear-Kopfhörer vor. Die kabellosen Kopfhörer kommen mit zwei Mikrofonen pro Kopfhörer, bis zu 24 Stunden Gesamt-Laufzeit sowie Touch-Sensoren für eine intuitive Navigation. Einen offiziellen Euro-Preis gab es vorerst nicht, der US-Preis liegt bei 249 Dollar.

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